Blogs / Momentum / Chart des Tages

Der Chart des Tages

Fed und EZB driften auseinander.

Tina Haldner

Quelle: Société Générale

Die Grafik von Société Générale zeigt, wie unterschiedlich sich die Bilanzen der beiden wichtigsten Notenbanken in den vergangenen Jahren entwickelt haben.

Seit Ausbruch der Finanzkrise 2008 bemühte sich die US-Notenbank Fed, mit ihrer ultralockeren Geldpolitik das Finanzsystem zu stabilisieren und die Wirtschaft anzukurbeln. Im September 2012 lancierte sie das dritte Stimulusprogramm QE3 (Quantitative Easing, QE). Die Liquiditätsspritze hat die Bilanzsumme seither noch einmal deutlich erhöht (braune Kurve).

Dagegen schrumpft die Bilanz der Europäischen Zentralbank (EZB) seit 2012 laufend (blaue Kurve). Zwar stellte auch die EZB mit den Langfristtendern LTRO, die sie im Dezember 2011 und im Februar 2012 beschloss, die Geldversorgung für den Finanzsektor sicher. Doch die Banken nutzten die Möglichkeit, die Kredite frühzeitig zurückzuzahlen: Die Bilanzsumme der EZB und die Liquidität im Finanzsektor schrumpften.

Nun könnten sich die Bilanzen des Fed und der EZB annähern, denn die Politik der beiden Zentralbanken driftet erneut auseinander.

Das Fed reduziert das Volumen der Wertschriftenkäufe im Rahmen von QE3 seit Anfang des Jahres stetig (Tapering), im Herbst dürfte das Stimulusprogramm vollständig auslaufen. Die restriktivere Geldpolitik wird die Bilanz des Fed in den kommenden Jahren langsam verkleinern.

Die EZB hingegen wird ihre Geldpolitik lockern: Am kommenden Donnerstag fällt der Startschuss zum neuen Langfristtender (TLTRO). Mit der zusätzlichen Liquidität will die EZB die Kreditvergabe an europäische Unternehmen ankurbeln und stellt den Banken dafür günstig Liquidität zur Verfügung. Die Bilanzsumme wird in diesem Ausmass wachsen.

Laut den Analysten von Société Générale dürfte die unterschiedliche Geldpolitik zu einer Stärkung des Dollars gegenüber dem Euro führen.

Den Chart des Tages vom Montag finden Sie hier.

Leser-Kommentare