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Der Chart des Tages

Schottlands riskante Ölwette.

Frank Heiniger

Seit heute früh sind die Wahllokale geöffnet. Noch bis 22 Uhr stimmt Schottland darüber ab, ob es Teil des Vereinigten Königreichs bleiben oder sich unabhängig machen will.

Die bis zuletzt hitzig geführte Debatte zwischen Gegnern und Befürwortern drehte sich regelmässig um ein Thema: die grossen Öl- und Gasvorkommen in der Nordsee. Zwar ist noch nicht geklärt, wie sie bei einer Abspaltung aufgeteilt würden. Klar ist, dass beide Energieträger vorerst Schottlands wichtigste Exportgüter bleiben.

Der vielzitierte Öl- und Gasreichtum hat jedoch seine Tücken. Nicht nur ist die Preisentwicklung volatil und eine einseitige Abhängigkeit deshalb riskant. Auch geht die Produktionsmenge seit 1999 zurück – ein Trend, der sich in den nächsten Jahren und Jahrzehnten fortsetzen dürfte.

Damit schwindet gleichzeitig der Beitrag, den Öl und Gas zu einer autonomen schottischen Volkwirtschaft leisten könnten. Das belegen Prognosen des Office for Budget Responsibility (OBR) für das Vereinigte Königreich. So schätzt das Institut, dass der Anteil am Bruttoinlandprodukt (GDP) bis 2040 auf magere 0,03% schrumpft.

Oel_Schottland

Zwar haben Befürworter der Unabhängigkeit mehrfach betont, die Nutzung der Vorkommen forcieren zu wollen. Das ändert allerdings nichts an der Tatsache, dass mit zunehmendem Alter die Förderkosten steigen. Unter anderem wären Steuererleichterungen nötig, um die Ölfelder profitabel auszubeuten.

Den Chart des Tages von Mittwoch finden Sie hier.

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