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Der Chart des Tages

Aufruhr im Tempel des Geldes.

Christoph Gisiger, New York

Quelle: St. Louis Fed

Im Vorsitz der US-Notenbank bahnt sich eine hitzige Diskussion an. Das zeigt der Zinsentscheid von letzter Woche. Mit Charles Plosser (Chef der Distriktnotenbank Philadelphia) und Richard Fisher (Dallas) haben sich zwei stimmberechtigte Mitglieder gegen den Beschluss des geldpolitischen Steuerungsgremiums ausgesprochen. Anders als die Mehrheit um Fed-Präsidentin Janet Yellen bevorzugen sie einen weniger lockeren Kurs in der Geldpolitik.

Generell hat die Zahl der Dissidenten im Vorsitz des Federal Reserve seit der Krise am Häusermarkt zugenommen. Das illustriert eine Auswertung der Distriktnotenbank von St. Louis. Gab es in den späten Neunzigern und zu Beginn des vergangenen Jahrzehnts kaum Abweichler, so hat die Zahl der Gegenstimmen pro Jahr seit 2006 deutlich zugenommen.

An der Dominanz der Fed-Spitze ändert das allerdings wenig. So stimmten in den vergangenen Jahren jeweils nur Präsidenten oder Präsidentinnen regionaler Fed-Distrikte gegen geldpolitische Beschlüsse. Die vier Notenbankgouverneure hingegen stärkten ihrer Führung stets getreu den Rücken und zementierten so eine komfortable Mehrheit.

Wer also wissen will, wie es mit der Geldpolitik in den USA weitergeht, sollte sich deshalb an Yellen halten und sich nicht vom lauter werdenden Gekrächze von Zinsfalken wie Fisher und Plosser irritieren lassen.

Den Chart des Tages vom Mittwoch finden Sie hier.

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