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Der Chart des Tages

China wird nervös.

Alexander Trentin

hongkong_protestsQuelle: Mic.com

Die Proteste in Hongkong reissen nicht ab: Zehntausende Menschen demonstrieren gegen die Pläne von Peking, ihnen die Kandidaten für die für nächstes Jahr geplanten Wahlen vorzuschreiben. Die chinesische Regierung ist sich bewusst, dass der Ruf nach politischer Mitsprache auf Festlandchina überschwappen kann. Diese Angst macht einen Kompromiss zwischen Peking und den Demonstranten sehr unwahrscheinlich.

Wie nervös Peking ist, zeigt sich auch in der obigen Grafik, die die Anzahl zensierter Nachrichten auf dem chinesischen Online-Dienst Weibo (WB 45.39 -11.28%) darstellt. Weibo ist das Äquivalent zum Kurznachrichtendienst Twitter (TWTR 37.19 -3.6%) im abgesperrten Internet der Volksrepublik. Der Dienst ist ein sehr wichtiges Kommunikationsmittel mit über 150 Mio. aktiven Nutzern.

Die Anzahl zensierter Nachrichten hat sich mit dem Anfang der Proteste in Hongkong mehr als verdreifacht. Etwa 1,5% aller Meldungen waren politisch nicht genehm. Selbst das Wort «Regenschirm» ist wegen seiner symbolischen Bedeutung nicht erlaubt. Viele Demonstranten benutzten Regenschirme, um sich vor den Wasserwerfern und den Pfeffersprays der Polizei zu schützen.

Doch in Zeiten des Internets kann man trotz solcher Blockadepolitik Informationen nicht vollständig unterdrücken. So hat anscheinend die reine Anzahl an Online-Kommentaren die Zensurbehörden überfordert, meldet die «New York Times».

Den Chart des Vortages finden Sie hier.

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