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Der Chart des Tages

Die Zentralbanken trocknen den Bondmarkt weiter aus.

Tommaso Manzin

Wie die Grafik zeigt, haben die Zentralbanken in den vergangenen Jahren immer mehr Bonds auf ihre Bücher genommen. Mit dem Programm zum Kauf von besicherten Anleihen (Covered Bonds) und Verbriefungen (Asset Backed Securities, ABS), das die Europäische Zentralbank (EZB) am 4. September beschlossen und vergangene Woche spezifiziert hat, steht nach Fed, Bank of England, Bank of Japan nun eine weitere grosse Notenbank am Start. Hielten Notenbanken 2002 noch 15% der weltweit gehandelten Bonds, werden es nach Schätzung der US-Grossbank J.P. Morgan Ende 2015 35% sein.

Die quantitative Lockerung, mit der Zentralbanken durch Wertschriftenkäufe die Geldmenge in der Privatwirtschaft ausdehnen und so die monetären Bedingungen lockern, hat Investoren aus risikoärmeren in riskantere Anlageklassen verdrängt. Denn die Käufe, die sich vor allem auf staatsnahe Schuldner wie Agenturen konzentrierten, haben Bonds, die hohe Sicherheit garantieren, teurer gemacht und so ihre Rendite gesenkt. Waren Privatanleger 2009 noch neutral in das Kreditrisiko investiert, sind sie gemäss Analyse von Morgan Stanley (MS 47.55 -1.47%) derzeit in Anlageklassen wie Corporates zu rund 17% übergewichtet.

Den Chart des Tages vom Montag finden Sie hier.

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