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Der Chart des Tages

So sieht kein Bären-Markt aus.

Peter Rohner

Die letzten drei Wochen waren für Aktienanleger brutal. Der Dax (DAX 12058.76 0.89%) hat seit Mitte September 10% verloren, der defensive SMI (SMI 9658.73 0.67%) büsste allein im Oktober fast 6% ein. Der S&P 500 (SP500 2822.24 -1.19%) erlitt mit beinahe 5% den grössten Tagesverlust seit 2011, und der Volatilitätsindex Vix schoss auf das höchste Niveau seit 2012.

Ist das der Anfang eines Bären-Marktes, einer Baisse? Für den S&P 500 lautet die Antwort Nein. Den Grund für den Optimismus liefert dieser Chart.
Rezessionen
Quelle: Capital Economics

Die übliche Definition für einen Bear-Markt ist ein Rückgang des Aktienindex von mindestens 20% über einen Zeitraum von mindestens zwei Monaten.

In der Grafik sind die Bear-Märkte in den USA seit 1950 in ihrer Dauer (Breite des Balkens) und ihrer Intensität (Höhe) sowie die offiziellen Rezessionen in den USA. Es fällt auf, dass die langen Bear-Märkte jeweils mit einer Rezession in den USA zusammenfielen. Das ist keine Überraschung: Wenn die Wirtschaft schrumpft, sinken die Unternehmensgewinne und die Preise, die Anleger dafür zu zahlen bereit sind.

Die grosse Frage ist deshalb, ob die USA auf eine Rezession zusteuern. Um das Schreckensbild einer schrumpfenden US-Wirtschaft an die Wand zu malen, braucht es derzeit aber viel Fantasie. Gemäss aktuellen Konsensschätzungen dürfte die US-Wirtschaft im dritten Quartal mit einer Jahresrate von 3% gewachsen sein, nach 4,6% im Vorquartal. Einige Frühindikatoren wie der Einkaufsmanagerindex notieren nahe der Rekordniveaus, und die Häuserpreise steigen. Gegenwind kommt zwar aus dem Ausland, doch der Aussenhandel fällt in der USA gesamtwirtschaftlich nicht wirklich ins Gewicht. Die Exporte machen nur 14% des BIP aus.

Wenn man aus der Geschichte auch nur ein wenig lernen kann, dann sollte die heftige Korrektur der vergangenen Tage nicht der Anfang einer Baisse sein.

Den Chart von gestern Dienstag finden Sie hier.

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