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Der Chart des Tages

Die schlummernde Gefahr.

Mark Dittli

Quelle: Ineichen Research & Management

Die Börsenkorrektur der vergangenen Wochen rückt eine potenzielle Gefahr in Erinnerung: Am amerikanischen Aktienmarkt liegt der Einsatz von Lombardkrediten (Margin Debt) auf einem rekordhohen Niveau.

Der abgebildete Chart von Ineichen Research & Management zeigt das Verhältnis von Margin Debt zum Bruttoinlandprodukt der USA (schwarze Kurve, linke Skala). Die blaue Kurve zeigt den S&P-500-Index.

Die Korrelation zwischen der Entwicklung der Margin Debt und des Aktienmarktes wird deutlich sichtbar.

Diese Erkenntnis ist an sich nicht überraschend: Steigen die Aktienkurse, können die Anleger von ihren Banken mehr Lombardkredite beziehen, um einen Teil ihrer Aktienkäufe mit Fremdkapital zu finanzieren.

Aufschlussreich ist jedoch die Betrachtung der bisherigen Wendepunkte: Die letzten beiden Male, als das Volumen der Lombardkredite einen Stand von mehr als 2,5% des BIP erreicht hatte, waren Anfang 2000 und im Sommer 2007. Das waren auch die Höchststände des Aktienmarktes, kurz vor dem Absturz.

Ist das ein untrügliches Zeichen, dass der nächste Absturz bevorsteht? Nein.

Ein hohes Volumen an Margin Debt ist vor allem deshalb ein Risiko, weil es in einer heftigen Korrektur als eine Art Brandbeschleuniger wirken kann: Sinken die Aktienkurse, verlangen die Banken von ihren Lombardgläubigern einen Nachschuss.

Das ist der berüchtigte Margin Call: Wer sein Aktienportfolio mit einem hohen Mass an Lombardkrediten finanziert hat, ist im Fall eines Margin Call unter Umständen gezwungen, seine Aktien zu liquidieren. Werden in einer Korrektur viele Margin Calls ausgelöst, erhöht das den Verkaufsdruck zusätzlich.

Den Chart des Tages von Donnerstag finden Sie hier.

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