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Der Chart des Tages

Deutschlands Konjunktur bessert sich wieder, vermeldet der früheste aller Frühindikatoren.

Andreas Neinhaus

Es gehört inzwischen zum Allgemeinwissen des engagierten Anlegers, dass Deutschland seinen konjunkturellen Zenit überschritten hat. Das deuteten bereits Anfang des Jahres die ersten Frühindikatoren an. Sie werden speziell dazu konstruiert, um den Gang der Konjunktur möglichst frühzeitig vorauszusagen. Im Sommer hat sich der Abschwung bestätigt. Inzwischen deuten alle Wirtschaftsdaten auf eine deutsche Wachstumspause hin. Alle? Nein, nicht alle: Das zeigt der untenstehende Chart.

Ifo-Index und Commerzbank-Frühindikator «Early Bird»

Quelle: Commerzbank (CBK 6.816 0.4%)

Der vom Commerzbank-Research entwickelte Frühindikator «Early Bird» hat sich in den vergangenen Monaten verbessert (im Chart: gelbe Linie, rechte Skala). Er widerspricht damit dem Trend, u.a. dem Ifo-Index des gleichnamigen Münchner Forschungsinstituts (schwarze Linie, linke Skala), der zu den am meisten beachteten Wirtschaftsindikatoren zählt.

Interessant dabei ist, dass der «Early Bird» erfahrungsgemäss den restlichen Frühindikatoren zeitlich vorauseilt. Er kündigte in der Vergangenheit Wendepunkte besonders früh an – ein vorlaufender Indikator für die deutschen Frühindikatoren gewissermassen. Die Ökonomen der deutschen Grossbank gehen davon aus, dass ihr «Vogel» den Ifo-Index um rund ein Jahr schlägt. Mit Blick auf den Chart stellen sie sich somit auf eine Wende des Ifo-Geschäftsklimas nicht vor dem Jahreswechsel ein. Dann aber schon.

Das Fazit: Der Ifo-Index wird zwar noch ein- oder zweimal enttäuschend ausfallen. Aber die Frühaufsteher unter den Investoren sollten sich dennoch auf eine Besserung der deutschen Wirtschaftsstimmung einstellen.

Den Chart des Tages von Freitag finden Sie hier.

 

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