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Der Chart des Tages

Die grosse Entkoppelung.

Tina Haldner

US-Unternehmen haben ihren Gewinn in den vergangenen drei Jahren rund 20% gesteigert. Im selben Zeitraum ist der Gewinn der europäischen Konzerne 20% geschrumpft.

Die Grafik von Michael Hartnett, Chefstratege von Bank of America Merrill Lynch, zeigt die Entwicklung gemessen am Gewinn je Aktie für die USA (blaue Kurve) und Europa (rote Kurve).

Die Entkoppelung ist ein neues Phänomen: In den rund vierzig Jahren von 1970 bis 2011 haben sich die Unternehmensgewinne beider Regionen im Gleichschritt entwickelt.

Nach dem Einbruch infolge der Finanzkrise von 2008 erholten sich die Gewinne zunächst auf beiden Seiten des Atlantiks kräftig, doch der Aufwärtstrend blieb nur in den USA von Dauer: Dort liegen die Unternehmensgewinne auf einem Allzeithoch, während Europa weit von seinem Vorkrisenrekord entfernt ist.

Die Eurokrise und die anhaltend schwache Konjunktur haben Europas Konzerne unter Druck gesetzt: Ihre Gewinne bröckeln, und die Talsohle scheint noch nicht erreicht zu sein.

Dennoch: Bestätigt sich der historische Trend, wird sich die Gewinnentwicklung zwischen Europa und den USA langfristig wieder angleichen. Entweder ziehen die Erträge der europäischen Konzerne an, oder die US-Unternehmen erleiden einen Gewinnrückgang. Aus Anlegersicht versprechen europäische Aktien daher mehr Potenzial.

Den Chart des Tages von Donnerstag finden Sie hier.

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