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Der Chart des Tages

In Japan geht es erst richtig los.

Alexander Trentin

Entwicklung japanischer Aktien, der Bilanz der Bank of Japan und des Yens
(indexiert, Januar 2012 = 100)
Japan
Quelle: Bloomberg

Die Macht einer Zentralbank zeigt sich in Japan. Die Bank of Japan (BoJ) hat mit dem Kauf von Anleihen den Investoren satte Gewinne beschert. Der Nikkei-Index notiert fast doppelt so hoch wie Anfang 2012. Das entspricht etwa der Zunahme der Bilanzsumme der BoJ in diesem Zeitraum.

Ein gewollter Nebeneffekt der lockeren Geldpolitik in Japan ist die Abwertung der Landeswährung Yen. Sie hat zum Dollar seit Anfang 2012 ein Drittel ihres Werts verloren.

Da die Inflationsrate und das Wirtschaftswachstum anders als die Finanzmärkte nicht wie gewünscht auf die Geldspritzen reagiert haben, hat die BoJ vergangene Woche mitgeteilt, noch mehr Anleihen kaufen zu wollen. Die blaue Linie in dem Chart wird also noch steiler steigen. Der Nikkei hatte seit der Ankündigung – also innerhalb von drei Handelstagen – schon über 8% zugelegt. Der Yen hat sich zum Dollar 3% abgewertet.

Langfristig könnte diese Abwertungsspirale das Vertrauen in die japanische Währung und den japanischen Staat zerstören. So hat das «Finanz und Wirtschaft» im sogenannten Japan-Drehbuch festgehalten. Kurz- bis mittelfristig werden die Notenbanker in Japan alles unternehmen, dass der Yen immer schwächer und der Nikkei immer höher notiert.

Den Chart von gestern finden Sie hier.

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