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Der Chart des Tages

Achtung: Die Fed-Tauben kommen.

Christoph Gisiger, New York

Im Vorsitz der amerikanischen Notenbank sind die Meinungen derzeit tief gespalten. An ihrer letzten Sitzung von Ende Oktober haben sich die US-Währungshüter zwar darauf geeinigt, das Stimulusprogramm QE3 zu beenden. Zur Frage, wie es mit der Geldpolitik weitergehen soll, konnten sie aber keine Übereinkunft finden.

Zinsfalken wie Richard Fisher (Präsident der Distriktnotenbank Dallas) und Charles Plosser (Philadelphia) haben dieses Jahr immer wieder darauf gepocht, die geldpolitischen Zügel eher früher als später zu straffen. Das hat es Notenbankchefin Janet Yellen nicht einfach gemacht, einen Konsens zu finden.

Wie die Grafik der Investmentgesellschaft Guggenheim Partners zeigt, kann Yellen jedoch schon ab der übernächsten Fed-Sitzung von Ende Januar mit bedeutend weniger Druck aus dem Lager der Falken rechnen. Mit Jeffrey Lacker (Richmond) erhält zwar ein Falke neu die Berechtigung, bei Entscheiden mitzubestimmen. Zugleich verlieren aber Fisher und Plosser ihr Stimmrecht.

Durch den Turnus erhalten die Tauben sogar noch Verstärkung. Mit Eric Rosengren (Boston) und Dennis Lockhart (Atlanta) kommen 2015 zwei Geldpolitiker ins Stimmgremium, die für einen milden Kurs bei den Zinsen plädieren. Die Tauben werden damit die Hälfte der Stimmen im Fed-Vorsitz kontrollieren.

Es würde daher nicht überraschen, wenn die im Lauf des nächsten Jahres erwartete Zinserhöhung eher später als früher kommt.

Den Chart des Tages vom Mittwoch finden Sie hier.

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