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Der Chart des Tages

Wo der Energiesektor eine wichtige Rolle spielt.

Frank Heiniger

Noch immer sind die Erdölpreise gehörig unter Druck. Sowohl die Kurse der Sorte Brent als auch die der Sorte West Texas Intermediate notieren nahe ihrer mehrjährigen Tiefstände.

Die Schwäche kommt besonders den Ländern zugute, die zu den bedeutenden Nettoimporteuren des schwarzen Goldes gehören – wie etwa die USA, Japan, China und Indien. Auch die westlichen Konsumenten zählen zu den Profiteuren, wirken sinkende Energiepreise doch wie eine Steuererleichterung.

Welchen Einfluss hat die Ölpreisschwäche aber auf die Aktienmärkte? Einen ersten Hinweis liefert die Bedeutung von Energieunternehmen innerhalb der nationalen respektive regionalen Leitindizes (vgl. Chart). Zum Energiesektor zählen gemäss dem globalen Klassifizierungsstandard (GICS) Unternehmen, die in den Bereichen Exploration, Produktion, Lagerung, Marketing oder Transport von Erdöl, Erdgas, Kohle oder anderen Kraftstoffen tätig sind, und solche, die Dienstleistungen und Ausrüstung dazu anbieten.

Eine ungemein wichtige Rolle spielt der Energiesektor etwa in Russland: Sein Gewicht liegt hier gemessen an der Marktkapitalisierung bei rund 56%. Vergleichsweise stark exponiert sind auch Norwegen (Statoil, Seadrill etc.), Italien (Eni, Saipem etc.) sowie das Vereinigte Königreich (UK), wo unter anderem Royal Dutch Shell, BP und die BG-Gruppe kotiert sind.

Am anderen Ende der Skala rangiert neben Japan auch Deutschland, dessen Leitindex Dax praktisch kein Exposure gegenüber dem Energiesektor aufweist – wenn man denn die Wirkung des tiefen Öl- und Gaspreises auf den Chemiekonzern BASF ignoriert.

Den Chart des Tages von Dienstag finden Sie hier.

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