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Der Chart des Tages

Der Chart, der eigentlich alles über Griechenland sagt.

Mark Dittli

Die Geschichte wiederholt sich nicht, aber sie reimt sich, soll Mark Twain einst gesagt haben. Und wer einen Blick auf die Geschichte wirft, sollte eigentlich nicht erstaunt sein, dass Griechenland mit seinen Staatsschulden hadert.

Der abgebildete Chart von Michael Hartnett, USA-Chefstratege von Bank of America Merrill Lynch, veranschaulicht das Bild: Die roten Balken zeigen den prozentualen Anteil der Jahre (seit 1800 respektive seit der Unabhängigkeit bis 2010), den das betreffende Land im Status eines Zahlungsausfalls (Default) oder einer Schuldenrestrukturierung verbracht hat.

Die blauen Balken zeigen die absolute Anzahl von Zahlungsausfällen und Schuldenrestrukturierungen.

Und der Gewinner ist: Griechenland. Seit seiner Unabhängigkeit in den frühen 1820er-Jahren war es in fast 50% aller Jahre mit seinen Staatsschulden in Zahlungsverzug. Insgesamt während 90 von 192 Jahren bediente der Staat seine Schulden nicht zeitgerecht. Während dieser Zeit durchlief Griechenland fünf Defaults respektive Schuldenrestrukturierungen.

Die Silbermedaille geht nach Mexiko, das seit seiner Unabhängigkeit acht Defaults durchmachte und während fast 45% der Zeit in Zahlungsverzug war. Den dritten Platz schliesslich belegt Russland mit fünf Defaults (wie Griechenland). Insgesamt am meisten Defaults, nämlich neun, erreichen Chile und Brasilien.

Übrigens, was nördlich des Rheins gerne vergessen geht: Deutschland kommt in seiner Geschichte auf vier Defaults respektive Schuldenrestrukturierungen und war immerhin in 13% aller Jahre im Zahlungsverzug.

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