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Der Chart des Tages

Mehr als ein Strohfeuer am US-Arbeitsmarkt.

Andreas Neinhaus

Der Arbeitsmarktbericht vom vergangenen Freitag hat viele Beobachter überrascht. Im Januar wurden weit mehr Stellen geschaffen als die Mehrheit der Analysten und Konjunkturforscher vorausgesagt hatten. Darüber hinaus revidierte das Bureau of Labor Statistics die Dezemberwerte nachträglich deutlich nach oben.

Damit bestätigt sich ein Trend, der bereit seit Jahren anhält. Die USA wachsen nicht nur schneller als die meisten Volkswirtschaften, sondern sie schaffen auch mehr Beschäftigung als andere Länder. Genau genommen sind es mehr als alle Industriestaaten zusammen. Der Chart zeigt dies eindrücklich. Aufgeführt ist der Netto-Beschäftigungszuwachs in den Industrieländern von 2010 bis 2014. Mehr als die Hälfte wurde in den Vereinigten Staaten geschaffen. Sie sind zwar auch die grösste Nation, aber nur 30% der Bevölkerung der Industrieländer lebt in den USA. Die Rekrutierung wuchs also selbst unter Berücksichtigung der Demographie überdurchschnittlich.

Der Chart legt auch offen, wo die Defizite liegen: Euroland ist nur mit Deutschland vertreten. Grossbritannien, Südkorea und Kanada können Neueinstellungen von nennenswertem Umfang vorweisen. Der Rest der «wirtschaftlich fortgeschrittenen» Welt figuriert unter «ferner liefen».

 

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