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Der Chart des Tages

Es brummt bei britischen Immobilien.

Tommaso Manzin

Nicht erst seit der Franken noch härter geworden ist, herrscht bei Ausländern Kaufrausch, wenn es um britische Immobilien geht. Schon 2014 stellten Nicht-Briten mit 39% des Transaktionsvolumens von insgesamt 53 Mrd. £ die grösste Investorengruppe im Markt für Gewerbeimmobilien. Der Häusermarkt hat damit fast wieder das Aktivitätsniveau von vor der Krise erreicht, wie Barclays (BARC 150.84 1.04%) vorrechnet (2006: 62 Mrd. £, 2007: 55 Mrd. £). Der Gesamtertrag auf Immobilienanlagen belief sich im vergangenen Jahr auf 18 bis 20%.

Die Analysten von Barclays gehen davon aus, dass die Tendenz der vergangenen zwei Jahre anhält. Insgesamt könnte heuer noch ein Ertrag in zweistelliger Höhe erwartet werden. Danach dürfte es aber bergabgehen. Denn mit den grossen Preissteigerungen werde es vorbei sein, erklärt die britische Grossbank, der Gesamtertrag werde sich im Wesentlichen auf die laufenden Einnahmen, also etwa Mieten, beschränken. Die Konsensprognose veranschlagt für 2016 ein Kapitalwachstum von lediglich 1,1% bei einem Gesamtertrag von 6,6%. Für 2017 werden ein Kapitalwachstum von noch 0,1% und ein Gesamtertrag von 5,3% erwartet. 2018 soll das Kapitalwachstum mit –0,3% bereits rückläufig sein, weshalb ein Gesamtertrag von noch 5% resultiere.

Gemäss Barclays wird der Markt Ende 2015/Anfang 2016 also seinen Höhepunkt erreichen. Für Schweizer Investoren scheint das Timing noch zu passen: Innerhalb dieser Periode sollte sich der Franken zum Pfund nicht signifikant auf- oder abwerten (vgl. hier). Da der Franken in vielerlei Hinsicht überbewertet ist (vgl. hier), könnte ein danach erstarkendes Pfund den jetzigen Kauf britischer Immobilien zusätzlich attraktiv machen.

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