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Der Chart des Tages

Die griechische «Horror Show».

Christoph Gisiger, New York

Verhandlungen über ein neues Kreditabkommen für Griechenland prägen einmal mehr die Schlagzeilen. Wird bis 28. Februar keine Lösung gefunden, droht dem von den Finanzmärkten abgeschnittenen Land die Staatspleite.

Es ist nicht das erste Mal, dass die Griechen Finanzhilfe benötigen. Seit die Schuldenkrise im Mai 2010 ausbrach, mussten sie mehrmals «gerettet» werden. Wirtschaftlich hat das jedoch wenig gebracht. Wie der Chart von Bianco Research zeigt, ist das Bruttoinlandprodukt Griechenlands inzwischen real um fast ein Viertel geschrumpft – eine Entwicklung, die mit der Grossen Depression in den USA vergleichbar ist.

«Die griechische Wirtschaft ist eine Horror Show», meint Investmentstratege Jim Bianco. «Die neue Regierung Griechenlands argumentiert daher glaubhaft, dass das bisherige Abkommen nichts als Qual und Elend gebracht hat. Deshalb fordert sie nun eine Änderung der Vereinbarungen.»

Die Märkte nehmen das Risiko von Griechenlands Ausstieg aus der Eurozone bislang relativ gelassen. Gut möglich, dass auch dieses Mal in letzter Minute ein «Kompromiss» gefunden wird. Lange kann das Horrorszenario in Hellas aber nicht mehr weitergehen.

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