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Der Chart des Tages

Die Euroschwäche trifft nicht nur die Schweiz.

Andreas Neinhaus

Das wichtigste Ereignis diese Woche findet am Donnerstag statt: die vierteljährliche Lagebeurteilung der Schweizerischen Nationalbank. Es ist die erste Notenbanksitzung mit anschliessender Medienkonferenz in diesem Jahr und damit auch die erste seit dem schicksalshaften Entscheid, die Mindestkurspolitik gegenüber dem Euro abzubrechen.

Der Chart ist als Einstimmung darauf gedacht. Er führt vor Augen, was die SNB (SNBN 5890 -0.17%) zu ihrem Schritt bewogen hat: der massive Abwertungsdruck des Euros. Sie war ihm nicht gewachsen – trotz der jahrelang vorgetragenen Durchhalteparolen, ihn mit aller Konsequenz verteidigen zu wollen. Die Gemeinschaftswährung hat seit dem Frühjahr 2014 gegenüber dem Dollar stark an Wert eingebüsst. Das ist zum einen auf die erwartete Zinswende nach oben in den Vereinigten Staaten zurückzuführen, die Anleger rund um den Globus dazu bewegt, Gelder in die USA zu verschieben (und in Dollar zu tauschen). Vor allem jedoch ist sie das Resultat der Bestrebungen der Europäischen Zentralbank, die eigene Währung zu schwächen, um damit die Konjunktur anzufeuern.

Die Euroschwäche trifft nicht nur die Schweiz. Das britische Pfund hat sich bis heute sogar noch stärker aufgewertet als der Franken. Interessanterweise gilt das nicht nur für die vergangenen zwölf Monate. Seit die SNB die Mindestkurspolitik im September 2011 eingeführt hat, hat sich der Euro zum Pfund um 17% abgewertet, zum Dollar um 23%. Zum Franken notiert der Euro dagegen nur 13% tiefer als in den vergangenen dreieinhalb Jahren.

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