Blogs / Momentum / Chart des Tages

Der Chart des Tages

Die Angst vor einem Börsencrash wie 1937.

Peter Rohner

Heute Mittwoch trifft sich der Offenmarktausschuss (FOMC) der US-Notenbank Fed, um über den geldpolitischen Kurs zu entscheiden. Lässt Fed-Chefin Janet Yellen nach der Sitzung den wichtigen Zusatz, man müsse «geduldig» sein, fallen, dann steht einer ersten Leitzinserhöhung Mitte Juni nichts mehr im Wege.

Da es historisch in Phasen restriktiverer Geldpolitik immer wieder zu gröberen Marktturbulenzen kam, fürchten viele Finanzmarktteilnehmer nichts mehr als das Ende des Gratisgeldes. Sie warten deshalb gespannt auf die heutige FOMC-Sitzung.

Für besonderes Aufsehen sorgte eine Warnung von Hedge-Funds-Guru Ray Dalio. In einem Kundenbrief verglich der Gründer von Bridgewater Associates laut «Financial Times» die heutigen Bedingungen auf den Finanzmärkten mit denen von 1937, acht Jahre nach dem Börsencrash von 1929 und der darauffolgenden extrem lockeren Geldpolitik. Das Gelddrucken führte laut Dalio damals zu hohen Bewertungen an den Aktienmärkten. Eine verfrühte Straffung der Geldpolitik setzte der Hausse ein jähes Ende. Nach einem Anstieg von 50 auf fast 200 Punkte verlor der Dow Jones (Dow Jones 26656.39 0.55%) Industrial Average Index 1937 ein Drittel seines Werts.

Die Grafik zeigt den Verlauf des Dow Jones in den Dreissigerjahren (blau) und im Vergleich dazu die Entwicklung des US-Leitindex seit 2007 (rot). Beide Zeitreihen sind auf 100 indexiert. Die Baisse nach 1929 drückte die Kurse stärker als die während der Finanzkrise 2008. Umso steiler war aber dann auch die Erholung. Während die damalige Hausse etwas mehr als vier Jahre dauerte und einem Kursgewinn von über 300% entsprach, verzeichnete der aktuell laufende Bullenmarkt in sechs Jahren ein Plus von 170%. Die Fallhöhe erscheint heute kleiner, die Parallelen zu 1937 sind aber offensichtlich.

Dalio rät deshalb der US-Notenbank, beim Ausstieg aus der Nullzinspolitik vorsichtig vorzugehen. Als Investor wählt er ebenfalls den Weg der Vorsicht und geht in einem solchen Umfeld gemäss dem Schreiben keine grossen Wetten ein.

Leser-Kommentare