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Der Chart des Tages

VW wie BP?

Clifford Padevit

Natürlich zuckt es aktiven Aktienanlegern in den Fingern. Die VW-Aktie hat seit dem Schluss von letztem Freitag ganze 24% verloren. Und weil die Investoren nur allzu oft übertreiben, könnte diese Korrektur ja auch übertrieben sein. Das ist allerdings abhängig davon, wie teuer der Dieselskandal für VW wird.

In der jüngeren Geschichte gibt es ein prominentes Beispiel eines ähnlichen Falls. Es ist dasjenige des Erdölkonzerns BP, dessen Ölbohrplattform Deepwater Horizon 2010 in Brand geriet, was zu einer Umweltkatastrophe in Form eines Ölteppichs vor der US-Küste im Golf von Mexiko führte.

In diesem Fall hatte es sich nicht gelohnt, unmittelbar nach der Katastrophe die Aktien zu kaufen. Es gab zu viel Unsicherheit, wie es mit BP weitergehen sollte, wie viel Busse es kosten würde und wie teuer Klagen zu stehen kämen. Das zeigt das Chart des Tages der Aktienstrategen von Société Générale. Es stellt die relative Entwicklung der BP-Valoren zum breiten europäischen Aktienindex Stoxx600 dar. Nach dem Einbruch der Titel gab es zwar eine kleine Erholung, aber dann folgte eine uninspirierte, gut zwölf Monate dauernde Abwartephase.

Noch ist unklar, welche Zahlungen auf VW zukommen, die Rede ist von einer Klagewelle und einer Busse von bis zu 18 Mrd. $. VW hat am Dienstag 6,5 Mrd. € zurückgestellt. Ob das reicht? Solange die Meinungen nicht gemacht sind, ist eine kräftige Erholung der Volkwagen-Aktie jedenfalls nicht abzusehen.

Leser-Kommentare

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Roland Heinzer 27.09.2015 - 13:40
Ich weiss nicht, ob man VW mit BP vergleichen kann. Bei BP kam es zu einem Unfall, bei VW wurden vorsätzlich Gesetzte umgangen, die Behörden und Konsumenten bewusst betrogen. Ich erachte daher das Vergehen als viel gravierender und denke auch die Bussen werden viel höher ausfallen, denn jeder Käufer eines manipulierten Autos hat das Recht es entweder zurück zu geben,… Weiterlesen »