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Der Chart des Tages

High-Yield-Anleihen unter Druck.

Frank Heiniger

Die Situation ist zwar beileibe noch nicht so kritisch wie während der Finanzkrise 2008/09. Doch im Energie- und Rohstoffsektor macht sich immer grössere Nervosität breit. Die anhaltend tiefen Rohstoffpreise sowie die negativen Signale aus der globalen Konjunktur lasten auf der Stimmung – was sich aktuell besonders deutlich im Kurseinbruch von Glencore manifestiert.

Die Turbulenzen zeigen sich auch im Markt für hochverzinsliche Unternehmensanleihen (High Yield respektive Junk Bonds). Im Zuge der ultralockeren Geldpolitik vieler Notenbanken nutzten gerade Energie- und Rohstoffunternehmen mit minderwertiger Kreditwürdigkeit die Chance, sich zu vorteilhaften Konditionen zu verschulden: Gemäss einer Zusammenstellung der Nachrichtenagentur Bloomberg haben allein sie über die vergangenen vier Jahre Junk Bonds im Gesamtvolumen von 262 Mrd. $ emittiert.

Angesichts der schwierigen Rahmenbedingungen wachsen nun die Befürchtungen, dass diese Verpflichtungen nicht mehr bedient werden können, dringend nötige Refinanzierungen misslingen und somit das operative Geschäft gefährdet ist.

Diese Angst kommt sowohl in gestiegenen Prämien für Kreditausfallversicherungen (Credit Default Swaps, CDS) als auch in deutlich gefallenen Bondkursen zum Ausdruck. Wie der Chart von Bloomberg zeigt, der auf Daten von Bank of America Merrill Lynch basiert, ist der abgebildete High-Yield-Index (Total Return) auf bestem Weg, mit einem Minus von rund 5% das schlechteste Quartalsresultat seit vier Jahren einzufahren.