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Der Chart des Tages

Angstbarometer schiesst auf den Stand von 2009.

Gregor Mast

Es gibt verschiedene Wege, die Anlegerstimmung zu messen. Am bekanntesten sind wohl die Umfragen, wie sie die US-Privatanlegervereinigung unter ihren Mitgliedern oder das Forschungsinstitut Investors Intelligence unter Finanzberatern durchführen. Daneben existieren marktbasierte Indikatoren wie der Volatilitäsindex der Optionsbörse von Chicago (Vix) oder die Kreditrisikoprämien am Anleihenmarkt. Einen guten Hinweis liefern auch die offenen Positionen an den Futuresmärkten oder das Verhältnis aus gehandelten Put- und Call-Optionen.

Etwas weniger bekannt, aber nicht minder effektiv, ist die Korrelationsanalyse innerhalb eines Aktienmarkts. Dabei wird untersucht, wie gleichläufig sich die im Index vertretenen Titel bewegen. Im Normalfall schneiden einige Aktiensegmente besser ab als andere, der Gleichlauf, oder eben die Korrelation, sind unauffällig.

Schiesst diese aber plötzlich in die Höhe – so wie in den letzten Monaten geschehen (vgl. Grafik) –, lässt das auf eine hohe Nervosität unter den Marktteilnehmern schliessen, weil sie sich einfach nur noch von ihren Titeln trennen wollen, koste es, was es wolle. Deshalb sinken Akien querbeet und losgelöst von den Fundamentaldaten. Ähnlich undifferenziert gingen Investoren auf dem Höhepunkt der Finanzkrise oder während der Eurokrise vor.

Für Value-Anleger bieten solche Phasen interessante Einstiegsgelegenheiten. Gemäss den Analysten von Société Générale ist die Diskrepanz zwischen günstigen und teuren Titeln in Japan und den Schwellenländern besonders gross. Contrarians mit langem Atem sollten sich demnach dort umsehen.