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Der Chart des Tages

Ausverkauf bei Emerging Markets

Peter Rohner

EMBI global
Quelle: Bloomberg

Die Angst vor dem Nachlassen der lockeren US-Geldpolitik (Tapering) lässt die Kurse für Aktien und Anleihen der Emerging Markets einbrechen. Der Chart zeigt die Gesamtperformance des Emerging Market Bond Index (EMBI Global) von J. P. Morgan. Seit Mitte Mai hat er mehr als 7% eingebüsst. Er bildet den Wertverlauf des gesamten Marktes der Hartwährungs-Staatsanleihen der Schwellenländer ab.

Diese Anleihen sind ähnlich wie US-Junkbonds doppelt betroffen: Zum allgemeinen Zinsanstieg, der sich auch bei den US-Treasuries zeigt, kommt noch eine Ausweitung der Renditeaufschläge hinzu. Diese sogenannten Spreads, die das Zahlungsausfallrisiko spiegeln, hatten sich zuvor dermassen verengt, dass immer öfters von einer Blase die Rede war. In nur wenigen Tagen sind sie nun auf Indexebene von 275  auf 350 Basispunkte gestiegen.

Den Lokalwährungsanleihen geht es nicht viel besser: Die Renditen auf zehnjährige ungarische Forintanleihen schossen von unter 5 auf 6,3%, südafrikanische Randanleihen rentieren heute wieder 7,5%, nach weniger als 6% vor drei Wochen. Zum Kursverlust der Anleihen kommt zum Teil ein heftiger Absturz der Währung hinzu. Die indische Rupie handelt auf dem niedrigsten Stand der Geschichte, die indonesische Notenbank musste am Devisenmarkt intervenieren. Der EmMa-Lokalwährungsbond-ETF von SPDR hat seit Mitte Mai mehr als 10% verloren.

Die Aktien der Schwellenländerunternehmen haben es schon seit längerem schwer, sie hinken den Börsen in den USA und in Europa hinterher. Die relative Schwäche hat sich aber in den letzten Tagen akzentuiert. Gestern verlor der Bovespa (Bovespa 104531.93 -0.08%) wieder mehr als 3%. Die Börse Istanbul kommt auch nicht mehr zur Ruhe.

Den Chart des Vortages finden Sie hier.