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Der Chart des Tages

Die letzte Phase des Dollar-Superzyklus.

Andreas Neinhaus

Kursschwankungen sind die notorische Eigenschaft von Devisenmärkten. Aber es lassen sich hin und wieder langfristig stabile Trends ausmachen, sogenannte Superzyklen. Beim Dollar beispielsweise kam es in den vergangenen vier Jahrzehnten drei Mal dazu, wie der Chart zeigt.

Aufgeführt ist der reale Dollarindex. Das ist der Durchschnitt der Dollarwechselkurse gegenüber einer grossen Zahl von Währungen der Handelspartner der USA, gewichtet nach ihrem Anteil am US-Aussenhandel und bereinigt um die Inflationsunterschiede.

Der Chart verdeutlicht, dass Dollar-Superzyklen in der Vergangenheit sehr lange anhielten. Erst nach rund sieben Jahren kehrte der Trend. Der aktuelle Aufwärtstrend hat also im historischen Vergleich noch ein bis zwei Jahre Zeit. Er ist damit in die Endphase eingetreten, argumentieren die Devisenspezialisten der Bank Morgan Stanley (MS 47.85 0.36%).

In diesem Stadium sehen sie noch weiteren Raum für Aufwertungen. Grund sind aber nicht politische und wirtschaftliche Unsicherheiten in Europa. Vielmehr wird sich der Dollar vor allem gegenüber den Währungen der Schwellenländer aufwerten, argumentieren sie. Ihre anhaltende Schwäche werde dafür sorgen, dass auch künftig Kapital in die USA fliesse. Ein enttäuschender Ertrag von Investitionen in den Emerging Markets und wenn auch nicht überragende, so doch positive Ertragsaussichten in den USA treiben den Dollar am Ende des laufenden Superzyklus also an.

Die Bankanalysten prognostizieren ein beachtliches Aufwärtspotenzial für den Greenback, mindestens bis Ende 2017 oder bis der wirtschaftliche Anpassungsprozess in den Schwellenländern Früchte zu tragen beginnt. Dann werde der Dollar rasch zu einer «Funding Currency», in der sich Investoren verschulden, um Engagements in höher rentierenden Währungsräumen einzugehen. Damit werde die US-Valuta an Wert verlieren. Aber noch sei es nicht so weit.

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