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Der Chart des Tages

Das Bernanke-Bond-Blutbad.

Markus Diem Meier

Quelle: Bank of America Merrill Lynch

Ein «Blutbad» sei das, was sich derzeit an den Anleihenmärkten abspiele, meinen die Ökonomen der Bank of America Merrill Lynch (BofA). Sie verdeutlichen das am obigen Chart. Er zeigt die Mittelzuflüsse (positive Prozentzahlen auf der vertikalen Achse) und die Mittelabflüsse (negative Prozentzahlen) aus allen Anleihenfonds in Prozent von ihrem gesamten verwalteten Vermögen (Assets under Management, AuM) über jeweils drei Wochen seit dem Jahr 2002.

Der jüngste entsprechende Abfluss aus den Anleihenfonds hat in Prozent einen Rekordwert seit der Finanzkrise erlebt. Absolut war es mit einem Umfang von 34 Mrd. $ sogar der grösste Abfluss, den es aus den Fondsanleihen binnen drei Wochen gegeben hat, wie die BofA-Ökonomen schreiben. Die Kehrseite von Fondsverkäufen sind steigende Renditen und damit auch Zinsen. Zehnjährige US-Staatsanleihen verzeichneten noch Anfang Mai eine Rendite von knapp über 1,6%, derzeit liegt sie bei 2,6% – eine Zunahme von einem Prozentpunkt bzw. mehr als 60%.

Der Grund für das «Blutbad» ist nicht schwer zu erraten: die Angst vor einer baldigen Straffung der Geldpolitik durch die Notenbanken, allen voran die der USA. Deren Chef Ben Bernanke hat in der vergangenen Woche diese Sorge gehörig weiter befeuert, als er angekündigt hat, sein Institut werde demnächst die Käufe von Staatsanleihen und verbrieften Hypothekenpapieren (aktuell 85 Mrd. $ pro Monat) zurückfahren und bis Mitte 2014 beenden, wenn sich die Lage der US-Wirtschaft wie prognostiziert verbessere.

Den Chart des Tages vom Freitag finden Sie hier.

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