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Der Chart des Tages

Bondbeben in Nippon.

Christoph Gisiger, New York

Der japanische Bondmarkt wird von heftigen Erschütterungen heimgesucht. Die Rendite auf zehnjährige Staatsanleihen ist in nur wenigen Tagen um 20 Basispunkte nach oben geschnellt und ist am Dienstag sogar fast in positives Terrain vorgeprescht.

Der Renditesprung ist der grösste seit Mai 2013, als Zentralbankchef Haruhiko Kuroda mit einem massiven Lockerungsprogramm seine erste geldpolitische «Bazooka» abfeuerte. An den Finanzmärkten kamen damals Ängste auf, dass er damit die Kontrolle verlieren könnte.

Das aktuelle Beben folgt auf die enttäuschenden Nachrichten, die Kuroda am vergangenen Freitag bekannt gemacht hat. Die Bank of Japan weitet ihre Wertschriftenkäufe zwar weiter aus. Investoren hatten sich aber eine grössere Intervention erhofft.

Vor rund drei Jahren konnte Kuroda die Situation stabilisieren, indem er die geldpolitischen Schleusen fortan immer weiter öffnete. Nach der Enttäuschung vom letzten Freitag fragen sich jedoch mehr und mehr Investoren, ob die Bank of Japan ihre Limiten allmählich erreicht hat.

Es könnte sich daher lohnen, den japanischen Bondmarkt gut im Auge zu behalten.

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