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Der Chart des Tages

Die US-Notenbank will keinen stärkeren Dollar.

Andreas Neinhaus

Der Dollar notiert nun schon seit fast fünf Monaten unter 1 Fr. und es sieht danach aus, dass sich daran so bald nichts ändern wird. 1 $ kostete zum Wochenanfang  98 Rp. Vergangene Woche war er sogar für weniger als 97 Rp. zu haben.

Selbst die überraschend positiv ausgefallenen Arbeitsmarktdaten in den USA, die Freitagnachmittag publiziert wurden, stärkten die US-Valuta nicht. Und das, obwohl sich aus den Zinsterminkontrakten ablesen lässt, dass die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung durch die US-Notenbank im Dezember auf 47% gestiegen ist. Vier Tage zuvor wurde sie am Markt noch auf 36% geschätzt.

Einer der Gründe, weshalb die amerikanische Währung sich nicht aufwertet, ist im heutigen Chart des Tages aufgeführt: die tiefen Realzinsen. Immer wenn die US-Realzinsen stärker zunehmen als das Weltzinsniveau, wertet sich der Dollar auf. Sinken die US-Realzinsen gegenüber dem Zinsniveau im Ausland, fällt der Greenback.

Die zögerliche Zinspolitik der amerikanischen Notenbank und höhere Inflationsraten als in vielen Industrieländern sorgen dafür, dass die US-Realzinsen gegenwärtig relativ sinken.

Seit dem Frühjahr 2015 hat die USA an Zinsvorteil eingebüsst. Entsprechend dazu wertete sich der Dollar seither nicht mehr auf.

Aufgeführt sind der Dollarindex (gelbe Linie), der die Wechselkurse der wichtigsten Handelspartner der USA – nach ihrer ökonomischen Bedeutung gewichtet – zusammenfasst, sowie auf der rechten Skala die Zinsdifferenz anhand zweijähriger realer Sätze zwischen den USA und den im Dollarindex erfassten und gewichteten Länder (blaue Linie).

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