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Der Chart des Tages

Fed Watching in Jackson Hole.

Peter Rohner

Morgen Donnerstag beginnt in Jackson Hole die bekannteste Notenbankkonferenz. In diesem Kurort in den Rocky Mountains wird dieses Jahr auch Janet Yellen, die Vorsitzende der US-Notenbank, eine Rede halten.

Die Märkte sind gespannt, waren frühere Auftritte von Zentralbankpräsidenten doch wegweisend. Zum Beispiel 2012, als Ben Bernanke die Rede dazu nutzte, das dritte Anleihenkaufprogramm (QE3) anzukündigen, oder zwei Jahre später mit den Andeutungen des EZB-Präsidenten Mario Draghi, ebenfalls eine Politik der quantitativen Lockerung einzuführen.

Diesmal erhoffen sich die Marktteilnehmer Hinweise darauf, wann und wie stark das Fed die Leitzinsen erhöht. Derzeit rechnet eine knappe Mehrheit damit, dass die US-Notenbank dieses Jahr noch mindestens einmal die Leitzinsen (Fed Funds Rate) von derzeit 0,25 bis 0,5% erhöht. Das geht aus den Preisen hervor, die am Terminmarkt für Fed-Funds-Futures bezahlt werden.

Die obige Grafik zeigt im Jahresverlauf die in den Futures-Preisen implizite Wahrscheinlichkeit des Leitzinsniveaus im Dezember.

Die Wahrscheinlichkeit, dass die US-Zinsen bis Ende Jahr auf dem heutigen Niveau bleiben, beträgt derzeit 46% (vgl. rote Linie). Die Chancen auf eine Zinserhöhung liegen bei 54%, wobei einem Anstieg um 0,25 Prozentpunkte ein Wahrscheinlichkeit von 42% beigemessen wird (vgl. grüne Linie), einem Anstieg um einen halben Prozentpunkt nur 10% (violett).

Die Chancen einer Zinsanhebung sind in den vergangenen Wochen gestiegen. Noch vor zwei Monaten rechnete kaum jemand mit einem Zinsschritt. Ende Juni war sogar eine Zinssenkung wieder ein Thema (vgl. blaue Linie). Gut möglich, dass nach Jackson Hole die Kurven wieder ein ganz anderes Bild zeichnen.

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