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Der Chart des Tages

Viel Geld, wenig Wirkung.

Peter Rohner

Die Bank of Japan gehört zu den aktivsten Notenbanken der Welt. Zur Überwindung der Deflation pumpt sie wie die EZB Billionen in die Wirtschaft. Dazu kauft sie Wertpapiere im Umfang von 80 Bio. Yen pro Jahr, das sind umgerechnet 750 Mrd. Fr. Durch diese Politik der quantitativen Lockerung (QE) ist die Notenbankbilanz bereits auf über 80% der japanischen Wirtschaftsleistung angeschwollen.

Doch gebracht hat es nicht viel. Das zeigt die obige Grafik von Richard Koo, dem Chefökonom des Nomura Research Institute. Seit Antritt des Notenbankgouverneurs Haruhiko Kuroda und Beginn dessen aggressiver QE-Politik hat sich das eng gefasste Geldmenge (Monetary Base, rote Linie) zwar verdreifacht. Das ist die Geldmenge, die die Notenbank direkt steuern kann und wird auch als Notenbankgeld bezeichnet. Darin enthalten sind Bargeld und die Sichteinlagen der Banken bei der Zentralbank.

Das Geldangebot – die weiter gefasste Geldmenge M2 – jedoch hat seit 2013 nur 13% zugenommen (vgl. blaue Linie), weil das viele Geld nicht in der Wirtschaft angekommen ist. Die Banken geben es nicht in Form von Krediten weiter. Das zeigt die grüne Linie (Bank Lending), die in drei Jahren ebenfalls nur 10% gestiegen ist.

«Kurodas Politik der quantitativen Lockerung hat null Effekt auf das Geldangebot und das Kreditwachstum», lautet Koos vernichtendes Urteil. Das Geld versickert im Bankensystem, so entsteht auch kein Inflationsdruck. Die Konsumentenpreisinflation ist im unteren Bereich der Grafik in gelber Farbe einzeichnet. Sie liegt weiterhin deutlich unter null und weit entfernt vom 2%-Ziel.