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Der Chart des Tages

Mamma mia.

Sandro Rosa

Eine Billion Dollar. Gemäss Nachrichtenagentur Bloomberg ist das der Wertverlust an den globalen Bondmärkten allein in dieser Woche. Das ist – hinter dem «Taper Tantrum» im Jahr 2013 – der zweitgrösste Verlust in den vergangenen zwanzig Jahren. Die Renditen sind im Gegenzug in die Höhe geschossen.

Anscheinend beginnen sich die Marktteilnehmer nach der Wahl Donald Trumps auf höhere Staatsausgaben und in der Konsequenz eine steigende Inflation einzustellen.

Besonders hart traf es zehnjährige italienische Staatsanleihen. Noch im August kratzten die Renditen an der 1%-Marke – seither haben sie sich praktisch verdoppelt, die Anleihenkurse sind rapide gefallen.

Dass mehr dahintersteckt als der Trump-Effekt, zeigt der Vergleich mit spanischen Anleihen. Die italienischen und die spanischen Spreads (Aufschlag gegenüber deutschen Anleihen) bewegten sich in der jüngeren Vergangenheit praktisch im Gleichschritt. Ihre Risiken wurden von den Anlegern demnach in etwa gleich hoch eingeschätzt.

Seit einigen Wochen allerdings öffnet sich eine Schere – die Renditeaufschläge auf italienischen Bonds zeigen steil nach oben (vgl. Grafik), während sich die spanischen nur unwesentlich bewegen. Die Differenz zwischen italienischen und spanischen Renditen ist gemäss der Deutschen Bank auf ein Vierjahreshoch geklettert.

Der Grund dafür? Langsam nähert sich der 4. Dezember, der Tag, an dem die Italiener über die Verfassungsreform abstimmen. Sollte sie scheitern, dürfte Premierminister Matteo Renzi zurücktreten – mit entsprechend negativen Auswirkungen auf die Finanzmärkte.

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