Unternehmen / Technologie

Der Chipsektor entkoppelt sich

Bislang waren Halbleiter ein guter Indikator für die Weltwirtschaft. Sonderfaktoren sorgen dafür, dass sich die Zeiten nun ändern.

Es ist gar nicht lange her, da war Intel der Kanarienvogel der Branche: Kippte Intel, rang wenig später die Tech-Branche nach Luft. Doch das ist vorbei. Der Einstieg in Zukunftstechnologie beim Chiphersteller verzögere sich weiter, teilte das Intel-Management am Donnerstag mit. Am Freitag eröffneten die Intel-Aktien  15% tiefer – nun ist der Konzern nicht mal mehr der wertvollste der Branche. Der Grafikchipspezialist Nvidia hat die Position gekapert. Denn bis auf Intel profitieren die allermeisten Chipanbieter in den unsicheren Pandemiezeiten.

Andere Branchenvertreter wie TSMC, STMicro oder TI konnten mit ihrem Zahlenkranz für das abgelaufene Quartal ­anders als Intel schon überzeugen. Erstaunlich eigentlich, denn die Halbleiterindustrie ihrerseits gilt als Indikator für die Weltwirtschaft: Bricht das Wachstum im Sektor ein, so hat es der deutsche Zentralverband Elektrotechnik und Elektroindustrie (ZVEI) ermittelt, sinkt sechs Wochen später das Weltwirtschaftswachstum, gemessen am realen BIP (Bruttoinland­produkt). Über die vergangenen Jahre hat diese Wechselwirkung funktioniert. Doch die Coronapandemie wirft vieles über den Haufen: auch die Korrelation zwischen Chips und BIP.

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