Märkte / Derivatus

Der Derivatus 6. März 2021

Ein Stresstest für Allokationskonzepte.

Lieber Anleger

Nicht nur die Risk-Parity-Ansätze können in die Bredouille geraten, wenn Anleihen und Aktien gleichzeitig an Wert verlieren. Auch ein traditionelles Portfolio will sich die ausgleichende Wirkung der zwei Anlageklassen zunutze machen. Dass die beiden Investmentformen simultan sinken können, war schon bei der Angst vor der Coronapandemie vergangenes Jahr zu beobachten. Da war es aber nur ein kurzfristiger Effekt wegen plötzlich ausbleibender Liquidität. Schnell waren die Staatsanleihen wegen ihrer Schutzfunktion wieder gefragt.

Auf längere Zeit könnte diese Gegenläufigkeit in einem bestimmten Szenario zusammenbrechen: Für das Gespenst einer hohen Inflation bei gleichzeitig schwachem Wirtschaftswachstum – der berüchtigten Stagflation – ist die Verteilung über nominale Anleihen und Aktien nicht gerüstet. Denn eine übermässige Teuerung führt zu höheren Marktzinsen und damit zu Kursverlusten der Bonds. Und schwaches Wirtschaftswachstum lastet auf den Aktienmärkten – gleichzeitig sinkt ihr Bewertungsniveau, wenn die Anleihenzinsen steigen. Abhilfe schaffen da nur inflationsgeschützte Anleihen. Auch Gold und Immobilien sollten sich dann relativ gut halten können. Dieser Text ist für Abonnentinnen und Abonnenten reserviert. Digital 5 Wochen ab CHF 20.– Jetzt testen Bereits abonniert?

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