Märkte / Derivatus

Der Derivatus vom 12. Dezember 2020

Marktlösungen stossen zu oft auf Ablehnung.

Lieber Anleger

Gibt es ein Menschenrecht auf Wasser? Ist es ethisch akzeptabel, dass es einen Markt für einen Stoff gibt, ohne den wir sofort sterben würden? Viele Kritiker halten das für völlig unangebracht. Sie erachten beispielsweise einen Terminhandel auf Wasser als abstossend –  nun würde selbst die Grundlage des Lebens kommerzialisiert, wird etwa polemisiert.

Von der öffentlichen Empfindlichkeit zu diesem Thema kann etwa der ehemalige Nestlé-Chef Peter Brabeck ein Lied singen. In einem Interview für den Dokumentarfilm «Bottled Life» erklärte er vor einigen Jahren, dass er die Versorgung mit Wasser nicht als «öffentliches Recht» sehe. Ihm wurde von den NGO ein Strick daraus gedreht: Er wolle Menschen verdursten lassen, wenn sie nicht für Nestlé-Wasser zahlen könnten. So hat er es natürlich nicht gemeint. Sein Kernpunkt war: Ein Marktpreis für Wasser hilft dabei, diesen in vielen Teilen der Welt knappen Rohstoff zu schonen und besser zu managen. Eine Grundversorgung mit Wasser muss natürlich sichergestellt werden – aber es gibt kein Recht auf einen gefüllten Swimmingpool. Dieser Artikel ist für Abonnentinnen und Abonnenten reserviert. Digital-Abonnements ab 28 Fr. / Monat Zu den Abonnements Bereits abonniert?

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