Märkte / Derivatus

Der Derivatus vom 13. Oktober 2018

Wenn Diversifikation nicht hilft, braucht es asymmetrischen Schutz.

Lieber Anleger

Diversifikation war diese Woche hilfreich. Während des Rückschlags an den Börsen sind die Kurse der Anleihen gestiegen. Das war in der jüngeren Vergangenheit nicht immer so, doch die jetzige Korrektur sei so scharf, dass die Bond-Märkte davon profitierten, stellen die Ökonomen von UniCredit fest. Wer Aktien und Obligationen besitzt, hat sein Portefeuille also erfolgreich stabilisiert, denn mit den steigenden Anleihenkursen sind die Marktzinsen gefallen.

Mit Blick auf die Zinsen droht jedoch ein Szenario, in dem Diversifikation nicht hilft. Wenn die Zinsen in den USA steigen, dann fallen nicht nur die Anleihenkurse, sondern es geraten auch die hoch verschuldeten Unternehmen und Haushalte unter Druck, weil ihr Schuldendienst zunimmt. Das belaste die Wirtschaft so schwer, dass der Effekt der Steuerkürzungen komplett verpuffe, warnte Börsenveteran Fred Hickey vor zwei Wochen im FuW-Interview. Wenn also die Zinsen steigen, könnten sowohl Obligationen als auch Aktien fallen. Ein typisches ausgewogenes Portefeuille mit 30 bis 40% Anleihen und 40 bis 50% Aktien litte dann heftig. Es werde kaum eine Chance geben, sich zu verstecken, sagt Hickey. Er hält Gold und setzt mit Put-Optionen auf fallende Aktien. Dafür am besten geeignet seien Branchen mit extremen Zyklen wie der Chipsektor, «in denen das Geld nur so verbrannt wird, wenn es abwärtsgeht».

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