Märkte / Derivatus 09:50 - 18.04.2017

Der Derivatus vom 15. April 2017

Derivatus
Dank dem Regulierungsdschungel könnte sich der Derivatumsatz an der SIX erholen.
Absicherungsgeschäft
Termingeschäft im Devisen-, Wertpapier- und Warengeschäft, um eine bestehende Position gegen Preisschwankungen abzusichern. Ein tatsächlicher Kurszerfall kann beispielsweise durch einen Gewinn im Termingeschäft kompensiert werden.
Aktie
Wertpapier , das einen Anteil am Kapital einer Aktiengesellschaft verkörpert. Es sichert dem Eigentümer Mitgliedschaftsrechte (Stimm- und Wahlrecht an der Generalversammlung) und Vermögensrechte (Recht auf Anteil am Gewinn, Beteiligungsquote bei Kapitalerhöhungen oder am Liquidationsergebnis) zu.
Aktienindex
Misst die Entwicklung eines Aktienmarktes. Umfasst ein Portefeuille ausgewählter Aktien eines Landes, einer Region oder einer Branche, deren Kurse unter Berücksichtigung bestimmter Berechnungskriterien den jeweiligen, fortlaufend berechneten Indexstand ergeben.
Barriere
Kursschwelle in strukturierten Produkten oder Barrier-Optionen . Wenn der Basiswert während der Laufzeit ein bestimmtes Kursniveau erreicht, über- oder unterschreitet, ändert sich im strukturierten Produkt das Auszahlungsprofil , in der Barrier-Option entsteht oder verfällt das Optionsrecht .
Basiswert
Wert (Wertpapier , Währung, Index, Basket respektive Korb , Rohstoff usw.), der einer Option , einem Futures , einem Warrant (Optionsschein) oder einem strukturierten Produkt zugrunde liegt.
Börse
Regelmässig stattfindender, nach feststehenden Usanzen organisierter Markt. Je nach den gehandelten Gütern spricht man z. B. von Wertpapier-, Effekten-, Devisen-, Warenbörsen oder Börsen für derivative Instrumente (Terminbörsen ).
Call
1. Option , die den Käufer berechtigt, aber nicht verpflichtet, einen bestimmten Basiswert in einer bestimmten Menge zu einem im Voraus festgelegten Ausübungspreis bis zu (amerikanisch ) oder an (europäisch ) einem bestimmten Termin zu erwerben (Long Call ). Auf der Gegenseite steht der Verkäufer der Option (Short Call ). 2. Berechtigt den Emittenten zur Kündigung von Obligationen .
EU
Supranationale Organisation (früher Europäische Gemeinschaft), in der 27 europäische Staaten zusammengeschlossen sind. Pfeiler ist die wirtschaftliche Integration. Die wichtigsten Errungenschaften sind der Binnenmarkt und der Euro .
Emission
Ausgabe von Wertpapieren zwecks Beschaffung von Fremd- oder Eigenmitteln am Kapitalmarkt .
Emittent
Unternehmen oder öffentlich-rechtliche Körperschaft, die sich durch die Ausgabe von Wertpapieren am Kapitalmarkt (oder am Geldmarkt ) Eigenkapital (Aktien ) oder Fremdkapital (Obligationen ) beschafft. Im Gegensatz dazu beschaffen Emittenten von Derivaten (strukturierten Produkten und Warrants ) kein Kapital, sondern sichern sich ab, um eine marktneutrale Position einzunehmen, und erheben eine im Produkt verpackte Gebühr.
Mifid
2007 in Kraft getretene EU-Finanzmarktrichtlinie. Ziel ist die Harmonisierung der europäischen Finanzmärkte. Im Rahmen der Direktive wurde der Anlegerschutz ausgebaut. Die Artikel zur «Appropriateness» sollen den massgeschneiderten Schutz, den die Anleger aufgrund ihrer Erfahrung und ihrer Kenntnisse zur Beurteilung potenzieller Anlagerisiken benötigen, sicherstellen. «Suitability» umfasst die Pflicht des Finanzdienstleisters, dem Kunden für ihn geeignete Finanzinstrumente zu empfehlen. Kundengerichtete Informationen, einschliesslich Marketing-Mitteilungen, müssen redlich sowie eindeutig sein. Der Abschnitt «Best Execution» verpflichtet Dienstleister dazu, Aufträge möglichst kundengünstig zu bearbeiten und auszuführen. Mifid regelt zusätzlich Zulassung und Ausübung der Tätigkeit von Finanzdienstleistern, ebenso die Markttransparenz und -integrität sowie die Aufsicht. Obschon Mifid in der Schweiz nicht gilt, unterliegen ihr Schweizer Institute, falls sie Wertschriftenaufträge an der SIX für EU-Kunden abwickeln bzw. Filialen in der EU betreiben.
Option
Das Recht – nicht aber die Pflicht –, innerhalb einer bestimmten Zeit (Laufzeit ) eine feste Menge eines bestimmten Basiswerts zu einem im Voraus fixierten Ausübungspreis zu kaufen (Call ) oder zu verkaufen (Put ). Für dieses Recht zahlt der Optionär dem Verkäufer der Option eine Optionsprämie . Optionen können individuell zwischen den Parteien (OTC-Option ), in einem Warrant verbrieft oder an Terminbörsen gehandelt werden.
Put
1. Option , die den Käufer berechtigt, aber nicht verpflichtet, einen bestimmten Basiswert in einer bestimmten Menge zu einem im Voraus festgelegten Preis (Ausübungspreis ) bis zu (amerikanisch ) oder an (europäisch ) einem bestimmten Termin zu verkaufen (Long Put ). Auf der Gegenseite steht der Verkäufer der Option (Short Put ). 2. Berechtigt den Anleger zur Kündigung von Obligationen .
SIX
1995 aus dem Zusammenschluss der Börsen Genf, Basel und Zürich entstandener Schweizer Markt. Seit August 1996 werden sämtliche Wertpapiere elektronisch gehandelt. Das System zeichnet sich aus durch eine Vollintegration der Börsenprozesse, vom Börsenauftrag bis zur Abwicklung . Anfang 2008 Fusion mit SIS und Telekurs zur SIX Group .
Tracker-Zertifikat
Strukturiertes Produkt , das den Basiswert eins zu eins abbildet, ähnlich wie ein Indexfonds oder ein ETF .
Volatilität
Kursschwankungen eines Basiswerts (vgl. historische Volatilität , implizite Volatilität , Vega , Volatilitätsanalyse , Volatilitätsindex ).
Warrant
In einem Wertpapier verbriefte Option , deren Übertragbarkeit dadurch erleichtert wird. Warrants werden von einem Derivathaus begeben und in der Regel kotiert. Auch die zusammen mit einer Optionsanleihe begebenen Optionsscheine werden als Warrants bezeichnet.
Zertifikat
Strukturiertes Produkt . Teilweise wird der Begriff nicht als Synonym für strukturierte Produkte, sondern nur für Tracker-Zertifikate verwendet.
Zertifikate
Finanzprodukte, die aus derivativen und nichtderivativen Komponenten – beispielsweise Call- und Put-Optionen sowie Aktien , Obligationen und Rohstoffen – zusammengesetzt werden und der Realisierung einer spezifischen Investitionsstrategie dienen. Die Struktur respektive das Auszahlungsprofil wird beispielsweise durch Prämien aus verkauften Optionen, einbehaltene Dividenden , Kapitalmarktzinsen und internationale Zinsdifferenzen finanziert. Aus rechtlicher Sicht sind strukturierte Produkte Schuldverschreibungen des Emittenten , es existiert kein separates, geschütztes Fondsvermögen . Anleger sollten deshalb das Rating des Emittenten beachten.

Lieber Anleger

Warum werden an der SIX Structured Products Exchange so wenige Zertifikate und Hebelprodukte gehandelt? Der Umsatz ist 2016 heftig gesunken, von 26,9 Mrd. im Jahr davor auf 16,4 Mrd. Fr. Das Anschwellen der Handelsvolumen nach der Brexit-Abstimmung und der Wahl von Donald Trump verpuffte schnell. Und im ersten Quartal 2017 hat sich der Umsatz nicht vom Tief erholt.

Ursache sei ein «Perfect Storm», schreibt André Buck von der SIX, zudem würden sich neue Vorschriften wie Mifid II auf den Handel auswirken. Buck publizierte vorige Woche einen Aufsatz in der Struki-Beilage der NZZ. Der «Perfect Storm» – ein Zusammentreffen mehrerer unglücklicher Umstände – seien die tiefen Zinsen, die geringe Volatilität und langsam steigende Aktienmärkte.

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