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Der Derivatus vom 31. März 2018

Von verbotenen Hebelprodukten, mündigen Anlegern und dem Optimum.

Derivatus

Lieber Anleger

Europas Aufsichtsbehörde ESMA will «Kleinanleger» schützen und verbietet ihnen binäre Optionen. Aus dem gleichen Grund erlässt sie Beschränkungen für Differenzgeschäfte (Contracts for Difference, CFD). Dazu sagte Elisabeth Roegele, Leiterin der Wertpapieraufsicht der BaFin, vor zwei Jahren: «Anleger verlieren mit dieser Art von Wetten auf minimale Preisveränderungen bei Aktien, Währungen und Rohstoffen in den allermeisten Fällen.» Da hat sie recht. Aber ganz so einfach ist es dann doch nicht.

Binäre oder digitale Optionen zahlen am Ende der Laufzeit entweder einen zuvor festgelegten Betrag oder null. Klar, das ist riskant. Aber offensichtlich haben die Behörden keine Ahnung, wie Hebelprodukte funktionieren. Auch mit Call- und Put-Optionsscheinen (Warrants) verlieren Anleger «in den allermeisten Fällen», denn ein Grossteil verfällt wertlos. Aber bei denjenigen Hebelprodukten, die reüssieren, ist der Gewinn umso höher. Wer also mit Calls, Puts, binären Optionen oder CFD täglich handelt, kann im Schnitt durchaus einen Gewinn erzielen. Das zu verbieten, ist absurd. Day-Trader, die unter das Prädikat «Kleinanleger» fallen, lassen grüssen.

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