Märkte / Derivatus

Der Derivatus vom 8. Februar 2020

Derivate und ETF beziehen sich auf Aktien, doch wer folgt wem?

Lieber Anleger

Als die Börsen in China zum Neujahrsfest während sechs Arbeitstagen geschlossen waren, sorgten Derivate für eine zeitgerechte Preisfindung. Diese Rolle haben auch börsengehandelte Fonds (ETF) übernommen und sich dabei von ihrem Nettovermögenswert (Net Asset Value) entfernt. Das hat unter Investoren Fragen aufgeworfen, wie das Anlegermagazin «Barron’s» diese Woche festgestellt hat. ETF sollten eigentlich den Kurs der unterliegenden Wertpapiere abbilden, statt ein Eigenleben zu führen, halten Kritiker fest.

Die Autonomie von Derivaten und ETF ist aber ein Vorteil. Der Futures auf den FTSE China 50 Index, gehandelt an der Chicagoer Terminbörse CME, ist während der chinesischen Feiertage gut 7% gesunken. Am vergangenen Montag, als Chinas Börsen wieder öffneten, hat der Terminkontrakt keinen Sprung gemacht, sondern lediglich eine kleine Justierung vollzogen – er ist 0,9% gestiegen. Somit hat der Futures die Preisfindung gut übernommen. An der Aktienbörse in Schanghai ist der Leitindex am Montag nach den Feiertagen 10% abgestürzt.

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