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«In Italien, in den dreissig Jahren unter den Borgias gab es nur Krieg, Terror, Mord und Blut, aber dafür gab es Michel­angelo, Leonardo da Vinci und die Renaissance. In der Schweiz herrschte brüderliche Liebe, 500 Jahre Demokratie und Frieden. Und was haben wir davon? Die Kuckucksuhr!» Das sagt der Gauner Harry Lime, gespielt von Orson Welles, im Nachkriegsklassiker «Der dritte Mann» – beim Verlassen der Kabine des Prater-Riesenrads. Die Sottise, die Kuckucksuhr sei eine Schweizer Schöpfung, sei hiermit «net amoi ignoriert», wie es in Wien heisst. Wichtiger ist, wer in der österreichischen Nationalratswahl vom nächsten Sonntag «dritter Mann» wird: Heinz-Christian Strache von der rechten FPÖ – oder gar Kanzler Christian Kern von der SPÖ? Erster Mann und damit nächster Bundeskanzler scheint den Umfragen zufolge ÖVP-Chef Sebastian Kurz zu werden. Die Volkspartei dürfte es auf rund ein Drittel der Stimmen bringen, die beiden anderen auf je etwa ein Viertel, zweiter Rang eben noch unklar. Kurz von den «Schwarzen» wird einen Koalitionspartner brauchen, einen «Blauen» (Strache) oder einen «Roten» – kaum Kern, dem dürfte im Fall einer Schlappe das Stündchen schlagen (bzw. der Kuckuck zurufen).