Buddha hat Geburtstag: Am 19. Mai wird in Südkorea zu Ehren des Religionsstifters gefeiert – von der Lampionpracht, die hier in einem Tempel in Seoul montiert wird, könnten sich die Schweizer für den eidgenössischen Geburtstag am 1. August noch einiges abschauen. Wie alt Buddha wird? Darüber streiten sich die Scholaren. In Korea wird als Geburtsjahr 949 v. Chr. angenommen, in der Wissenschaft gelten die Lebensdaten 563 bis 483 v. Chr. als plausibler. Jedenfalls kam der Religionsstifter als Prinz Siddharta Gautama im Norden Indiens zur Welt; «Buddha» bedeutet «der Erwachte». Er zog, wie später Jesus, als Wanderprediger durch die Lande und scharte Jünger um sich, übte Askese und Meditation. Doch kennt Buddha keinen Gott, kein höllisches oder paradiesisches Jenseits. In Korea (Süd) mit seiner buddhistischen und konfuzianischen Tradition scheint das Christentum diese metaphysische Lücke zu füllen. Seit den 1960er Jahren ist es en vogue: Heute bezeichnen sich gut die Hälfte der 52 Mio. Einwohner als nichtreligiös, rund 30% als christlich und etwa 16% als buddhistisch. Die 26 Mio. Nordkoreaner dagegen wissen: Der Allmächtige heisst Kim (über bisher drei Generationen), und er duldet keinen anderen Gott neben sich. (EPA/Jeon Heon-Kyun)