Unternehmen / Finanz

Der Fall DWS ist ein Weckruf für die Branche

Gegen die Vermögensverwalterin laufen Untersuchungen wegen angeblich überzogener Nachhaltigkeitsversprechen.

Jahr für Jahr zweistellige Wachstumsraten und in der Realität nur wenig Wirkung – irgendwann muss im Bereich nachhaltig anlegen ein Skandal kommen. Ob der Fall DWS nun dieser Skandal ist, muss sich erst noch weisen. Die Fondstochter der Deutschen Bank steht nach Anschuldigungen einer ehemaligen Mitarbeiterin im Kreuzfeuer. Die Valoren verloren am Donnerstag 13%, und auch die Deutsche Bank ist, wenn auch weniger, unter Abgabedruck.

Desirée Fixler, bis zum Frühjahr Leiterin Nachhaltigkeit, behauptet, die Vermögensverwalterin stelle ihr Nachhaltigkeitsengagement übertrieben dar. Die amerikanische Börsenaufsicht hat gemäss dem «Wall Street Journal» eine Untersuchung gegen DWS eröffnet, und auch die deutsche Finanzaufsicht BaFin soll aktiv geworden sein.

Spitzfindigkeiten

Fixler, die ihre Stelle erst im Sommer 2020 angetreten hatte, wirft einige Fragen auf, die manchen Vermögensverwalter in Verlegenheit bringen. Etwa, was ein Unternehmen wie Wirecard, das nach einem der spektakulärsten Fälle von Wirtschaftskriminalität vor der Pleite stand, in einem Nachhaltigkeitsfonds von DWS zu suchen hatte. Gegenüber dem «Wall Street Journal» verwies DWS auf externe Datenanbieter, auf die sie sich bei der Beurteilung von Wirecard gestützt habe.

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