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Märkte / Makro

Der Geldmultiplikator

Seit Jahrhunderten wird zu erklären versucht, wie Notenbanken durch Erhöhung der Geldmenge ein Vielfaches an Einlagen und Kreditvolumen erzeugen können.

Die Welt wird von Liquidität überschwemmt. Nie zuvor haben so viele Notenbanken gleichzeitig so viel Geld gedruckt wie heute. Allein in der Schweiz hat die Nationalbank die Notenbankgeldmenge seit Ende 2012 um 10% erhöht. Die Wirtschaft ist im selben Zeitraum nur 4% expandiert. Es wurde also mehr als doppelt so viel Geld in Umlauf gebracht, als zusätzlich Güter und Dienstleistungen produziert wurden.

Angesichts der immensen Geldvolumen sollte die Teuerung früher oder später explodieren. Notenbankchefs sind trotzdem davon überzeugt, dass alles gutgeht. Zum einen weil sie nicht die Inflation einzudämmen versuchen, sondern gegen sinkende Preise vorgehen. Zum anderen weil sie feststellen müssen, dass der Geldschwemme zum Trotz Banken nicht mehr Kredite vergeben und Unternehmen nicht zusätzlich investieren. Mit anderen Worten: Die Geldpolitik wirkt nicht. Dieser Artikel ist für Abonnentinnen und Abonnenten reserviert. Digital-Abonnements ab 28 Fr. / Monat Zu den Abonnements Bereits abonniert?

Leser-Kommentare

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Urs Gmür 16.02.2015 - 14:09
Wenn nur $7mia von gedruckten $10mia in der (Real-) Wirtschaft “ankommen”, dann stellt sich der Leser die Frage, was mit der Differenz geschehen ist. Nun, diese fließt natürlich in die Finanzmärkte, was sich an der Bewertung der Obligationen- und Aktienmärkte ablesen lässt. Ergo steigt die Bewertung der “Passivseite” einer Volkwirtschaft, die ja nichts anderes darstellt, als die Finanzierung der Aktiven… Weiterlesen »