Märkte / Makro

Wie es um Chinas Wirtschaft wirklich steht

Chinas rekordniedrige Wachstumsrate ist ein grobes Indiz für den Gegenwind der vergangenen Monate. Die Juni-Daten zeichnen ein weniger düsteres Bild.

Der Handelsstreit trifft China ins Mark. Das Wirtschaftswachstum  im Reich der Mitte ist im zweiten Quartal auf das tiefste Niveau seit Beginn der Aufzeichnung 1992 gefallen. Nur noch 6,2% hat das reale Bruttoinlandprodukt (BIP) im Vergleich zur Vorjahresperiode zugenommen, nach 6,4% in den Quartalen davor. Die Exporte sind zuletzt sogar gesunken.

Negativrekorde sind gut für Schlagzeilen. Die vom nationalen Statistikamt publizierte BIP-Schätzung sollte aber nicht überbewertet werden. Denn einerseits sagt sie wenig über den Zustand der chinesischen Wirtschaft aus, andererseits zeichnen die jüngst erschienenen Monatsdaten ein anderes Bild. «Man darf die BIP-Zahlen nicht für bare Münze nehmen. Sie sind politisch beeinflusst», sagt Leland Miller, CEO des Analysehauses China Beige Book, in einem Interview mit dem TV-Sender CNBC. Grosse Fluktuationen, nach oben wie nach unten, würden geglättet. Dass bei der Erstellung chinesischer BIP-Zahlen nicht westliche Standards gelten, zeigt sich auch daran, dass sie schon wenige Tage nach Ablauf des Quartals erscheinen, während selbst die Amerikaner die erste Schätzung erst am Ende des Folgemonats präsentieren.

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