Märkte / Makro

Der Inflationsschock, der keiner ist

Warum die Finanzmärkte so gelassen auf den kräftigsten Teuerungsschub seit dreissig Jahren reagieren.

Würde Paul Volcker noch leben, müsste er sich im falschen Film wähnen. Der frühere Fed-Chef hatte 1981 mit Leitzinsen von 20% die Inflation gestoppt, heute aber halten die Notenbanken trotz Rekordteuerung an den Nullzinsen fest (vgl. Grafik 1).

In den USA ist die Inflation in etwas mehr als einem Jahr von 0,1 auf 6,2% geschossen, dem höchsten Stand seit dreissig Jahren.

Vor allem Benzin, Gas und Essen sind teurer geworden, aber nicht nur. Die Kernrate der Inflation ohne Preise für Energie und Nahrungsmittel ist ebenfalls deutlich gestiegen und liegt mit 4,6% weit über dem Notenbankziel. Auch Deutschland und die Eurozone verzeichnen bei der Inflation Rekordwerte (vgl. Grafik 2). Und in China legen die Produzentenpreise so kräftig zu wie zuletzt in den Neunzigerjahren.

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Leser-Kommentare

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oliver schmid 15.11.2021 - 23:18
“Sie erwarten in den USA über die nächsten zehn Jahre eine durchschnittliche Inflation von 2,7%. ” Solche Prognosen sind nicht mal das Papier wert, worauf sie geschrieben werden. Wer kann schon Infaltion über 10 Jahre prognostizieren ? Nur Scharlatane. Die Notenbank kann es ja nicht mal für 1 Jahr, obwohl sie es behauptet. Wenn es so wäre müsste ja im… Weiterlesen »