Die gesamtwirtschaftlichen Einbussen durch die zweite Coronawelle und entsprechende Schutzmassnahmen sind weniger gravierend als befürchtet. Zu verdanken ist das allerdings vor allem den Industrieunternehmen, deren Produktion auf Hochtouren läuft.

Das geht aus den weltweiten Industrie-Einkaufsmanagerumfragen für den Monat Februar hervor. Obwohl das verarbeitende Gewerbe in modernen Volkswirtschaften an Bedeutung verloren hat, sind die Einkaufsmanagerindizes (Purchasing Managers’ Indices, PMI) der Industrie zuverlässige Frühindikatoren für den Verlauf der Konjunktur (vgl. Textbox unten).

Der globale, nach Wirtschaftskraft der Länder gewichtete Industrie-PMI ist gegenüber Januar von 53,6 auf 53,9 gestiegen, das ist der höchste Wert seit Februar 2018. In 23 von 29 untersuchten Ländern liegt das Barometer über der Wachstumsgrenze von 50. In den USA ist der Manufacturing-Index des Institute for Supply Management (ISM) 2,1 Punkte auf 60,8 gestiegen. Höher war der US-PMI zum letzten Mal 2004.

Industrieboom in Europa

In der Eurozone verzeichnet die Industrie das stärkste Wachstum seit drei Jahren. Der Euro-PMI notiert mit 57,9 auf einem
Niveau, das in der über zwanzigjährigen Umfragegeschichte nur in drei Perioden übertroffen wurde: während der Dotcom-Blase, dem Aufschwung nach der Finanzkrise 2009 sowie in den Jahren 2017/18.

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