Märkte / Kunstmarkt

«Der Kunstmarkt ist nicht in der Krise»

Dirk Boll, Präsident Christie’s Europa, UK, Naher Osten, Afrika und Indien, erklärt, wie die Digitalisierung die Kunstwelt verändert hat und weshalb gewisse Werke immer höhere Preise erzielen.

Herr Boll, die Kulturbranche hat unter Corona gelitten, für die Auktionshäuser lief das Geschäft jedoch gut. Wie hat Christie’s die Pandemie erlebt?
Kunstvermittlung dreht sich um die Betrachtung des Originals, und die war im Lockdown nicht möglich. Es gab weder Kunstmessen noch Ausstellungen oder physische Auktionen. Rein geschäftlich hatten wir das Glück, dass Christie’s bereits seit über zehn Jahren reine Onlineauktionen durchführt. Wir hatten die Struktur und das Wissen und konnten diesen Geschäftsbereich signifikant vergrössern.

Ist der Kunstmarkt noch im Krisenmodus?
Der grosse Erfolg der Auktionen und jetzt der Art Basel signalisiert das Gegenteil. Die grossen Unternehmen mit genügend Mitteln sowie die kleinen Galerien mit geringen Kosten und grossem Eigeneinsatz haben von der Digitalisierung und der Regionalisierung profitiert. Aber es gibt Effizienzdruck, die Transformation ist kostspielig, das können sich vor allem mittlere Unternehmen nicht immer leisten. 2020 hat das Geschäftsmodell der Messen nicht funktioniert, denn physische Veranstaltungen waren nicht zulässig, und Online Viewing Rooms wurden nicht entlohnt. Dieser Text ist für Abonnentinnen und Abonnenten reserviert. Digital 5 Wochen ab CHF 20.– Jetzt testen Bereits abonniert?

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