Märkte / Rohstoffe 16:12 - 20.04.2017

Der lange Weg des Rohöls

Täglich brauchen wir Erdölprodukte. Doch woher stammt das schwarze Gold, und was passiert nach der Bohrung?
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An der SIX in der Regel der letztbezahlte Kurs eines Wertpapiers . In besonderen Situationen wie Aktiensplits kann er auch ein von der Börse berechneter Wert sein.

Erdöl ist der Treiber der Weltwirtschaft. Ohne den fossilen Energieträger wären die technologischen Errungenschaften seit Beginn des 21. Jahrhunderts undenkbar gewesen. Ob als Treibstoff im Auto, zum Heizen und Kochen oder in der Form von Kunststoff und Teer, das moderne Leben basiert auf dem Kohlenwasserstoffmolekül.

Heute ist Rohöl der meistgehandelte Rohstoff weltweit. Mehr als 90 Mio. Fass des schwarzen Goldes werden täglich aus dem Boden gepumpt, verladen und in Raffinerien zu den verschiedensten Produkten verarbeitet. Doch der Weg von der Förderung in der sibirischen Tundra zur Tankstelle in der Schweiz ist lang.

In seiner Rohform ist das Öl vor allem unter den Bezeichnungen Brent (Brent 51.65 0.54%) und West Texas Intermediate (WTI (WTI 49.17 0.29%)) bekannt. Diese Sorten haben sich zu den Referenzpreisen am internationalen Energiemarkt entwickelt. Es sind aber nur zwei von Hunderten Sorten weltweit. Je nach Region und Bohrstelle unterscheidet sich die chemische Zusammensetzung des organischen Materials markant.

Wichtigste Ölsorten nach EigenschaftenEs gibt nicht das Erdöl. Je nach Region variiert seine chemische Zusammensetzung stark. Erfahren Sie hier mehr.

Leichtes, süsses Erdöl, wie es unter anderem in der Nordsee oder in Teilen der USA vorkommt, ist wegen der einfacheren Verarbeitung teurer. zoomWichtig für die Kosten der Förderung sind die Lage des Rohöls und die Beschaffenheit des Bodens. In Saudi-Arabien, wo das Öl direkt unter der Erdkruste liegt, kostet die Produktion knapp 9 $ je Fass. Demgegenüber müssen Schieferölproduzenten in den USA für die Extraktion mehr als 23 $ je Fass aufbringen. Dies, obwohl sie ihre Kosten in den letzten drei Jahren halbiert haben. Noch teurer ist die Off-Shore-Förderung in Brasilien, Venezuela oder Grossbritannien. Rohöl aus Saudi-Arabien, Kuwait und dem Iran ist dagegen etwas schwerer und saurer, was sich in höheren Verarbeitungskosten und einem tieferen Preis spiegelt. Noch günstiger ist venezolanisches, kanadisches und mexikanisches Öl.

Die Länder im Nahen Osten verfügen über sehr grosse und einfach zugängliche Ölfelder. Das verringert die Produktionskosten. Ein Drittel des globalen Bedarfs wird durch Erdöl aus diesen Ländern gedeckt. Mehr als die Hälfte des geförderten Öls wird nicht im Förderland raffiniert. Das globale Handelsvolumen beträgt deshalb gut 50 Mio. Fass pro Tag.

Rohölexport und -importMehr als die Hälfte des weltweit geförderten Erdöls wird in der Rohform. Führend beim Export ist der Nahe Osten. Erfahren Sie hier mehr.

Wann immer möglich wird Rohöl verschifft. 2015 machte der Öltransport auf dem Wasserweg gemäss dem französischen Institut für Seetransport Isemar knapp 20% des globalen Seehandels aus. Die meistgenutzten Schiffrouten liegen im Nahen Osten. Vom Roten Meer über die Meerstrasse von Bab al-Mandab oder vom Persischen Golf durch die Meerenge von Hormus fahren die Tanker in die USA, nach Asien und Europa.

Aus logistischen Gründen wird der Grossteil des Rohöls aber auf dem Land wegtransportiert. Die günstigste und sicherste Variante sind Pipelines. Insbesondere in den Ländern der ehemaligen Sowjetunion, aber auch in den USA durchziehen grosse Ölleitungen das Land. Das längste Röhrensystem dieser Art, die Druzhba, misst insgesamt 4000 Kilometer und verbindet den Osten Russlands mit Raffinerien in ganz Eurasien.

Verarbeitung des RohölsRaffinerien verarbeiten die verschiedenen Rohöltypen zu verwertbaren Produkten wie Heizöl, Benzin oder Flüssiggas. Erfahren Sie hier mehr.

In seiner ursprünglichen Form kann man Rohöl nicht zur Energiegewinnung nutzen. Je nach Verwendungszweck werden spezifische Kohlenwasserstoffverbindungen benötigt. Dafür wird das ursprüngliche Produkt in Einzelteile zerlegt und weiter verarbeitet. Dieser Vorgang wird Raffination genannt. Unter Hitze und Druck werden dabei die komplexen Moleküle voneinander getrennt und in kleinere aufgespalten. Je effizienter die Anlage, desto hochwertiger das Endprodukt.

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