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LLB-Gruppe arbeitet sich vorwärts

Analyse | Die Beharrlichkeit in der Umsetzung der Strategie zahlt sich für die LLB-Gruppe aus. Sie erhöht zum fünften Mal in Folge die Dividende.

Der Jahresgewinn der Gruppe erhöhte sich im vergangenen Jahr 45% auf 123 Mio. Fr. Das Ergebnis vom letzten Jahr ist zwar Schnee von gestern. Bei der LLB (LLBN 56.50 +1.07%) ist der Blick in die Vergangenheit aber relevant, denn die kontinuierliche Umsetzung der Strategie (drei gesunde Geschäftssegmente in den drei Märkten Liechtenstein, Schweiz und Österreich) kennzeichnet die Bankgruppe.

Akquisitionen, Integration und Innovation stützen das Geschäftsmodell zunehmend breit ab und haben im abgelaufenen Jahr ein Wachstum des Ertrags und einen Gewinnsprung ermöglicht, obwohl das traditionelle Zinsgeschäft rückläufig ist. Die Hypothekarforderungen stiegen mit 1,8% auf 11,3 Mrd. Fr. nur leicht.

Teils operative, teils Einmaleffekte

Das Anlage- und Handelsgeschäft stieg binnen vier Jahren anteilsmässig um 10% und macht heute zwei Drittel des Gesamtertrags aus. Dieser erhöhte sich gegenüber Vorjahr 13% auf 453 Mi0. Fr. Operative Fortschritte sowie Markt- und Einmaleffekte trugen dazu bei. Beispielsweise verbesserte sich der Ertrag um 20 Mio. Fr., weil im Vorjahr ein Bewertungsverlust auf Finanzanlagen abgerechnet werden musste, der sich so wegen veränderter Rechnungslegungspraxis nicht wiederholen wird.

Die vorgeschlagene Ausschüttung von 2.20 Fr. je Aktie ergibt nach dem heftigen Kursverlust eine Dividendenrendite von 4,4%. Aufgrund des diversifizierten Geschäftsmodells – mit den Sparten Retail, Private Banking und Fondsdienstleistungen – ist die Dividendenfähigkeit der LLB im Vergleich mit anderen Bankgruppen und mit Blick auf das herausfordernde Umfeld als gut zu beurteilen. Für 2019 beträgt die Ausschüttungsquote 54%.

Markant war der Anstieg im Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft von 19,3% auf 209 Mio. Fr. Die Performances Fees (die heuer wohl wegfallen werden) trugen gegen 10 Mio. Fr. bei. «Die Verschiebung der Ertragsstruktur ist ein wichtiger Schritt zur Verbesserung der Ertragsqualität», sagte CEO Roland Matt bei der Präsentation der Jahreszahlen via Telefonkonferenz.

Kostenmanagement ist eine Stärke

Von den drei Sparten hat sich insbesondere das institutionelle Geschäft (Fondsdienstleistungen), das punkto Volumen und Ergebnisbeitrag den grössten Geschäftsbereich der LLB-Gruppe darstellt, 2019 als Wachstumstreiber erwiesen. Im Fondsgeschäft in Österreich konnte die LLB im Vergleich zum Vorjahr ihre Masse um 3,8 Mrd. Fr. steigern. Sie betreute Ende Jahr 348 österreichische Fonds mit einem Volumen von 18,6 Mrd. Fr. Der Neugeldzufluss betrug gruppenweit 4,1 Mrd. Fr., was eine deutliche Steigerung gegenüber den 1,3 Mrd. Fr. des Vorjahres darstellt.

Die LLB, die im Schweizer Retailgeschäft mit der Bank Linth (LINN 595.00 +23.96%) vertreten ist, hat bereits fast alle Ziele des Vierjahresplans «StepUp 2020» erreicht. Einzig das Kosten-Ertrags-Verhältnis ist trotz der Verbesserung im letzten Jahr mit 70% noch ziemlich weit weg von der Marke von «weniger als 65%».

Allerdings stieg der Geschäftsaufwand 2019 trotz der Übernahmen nur 1,8% auf 311 Mio. Fr. und damit deutlich weniger als der Ertrag. «Striktes Kostenmanagement bleibt das A und O», erklärte LLB-Finanzchef Christoph Reich mit Blick auf das laufende Jahr.

Bessere Profitabilität 

Glücklicherweise ist für 2020 eine gewisse Rentabilitätssteigerung praktisch unter Dach und Fach. Die IT-Integration der 2018 erworbenen österreichischen Tochter in die im ganzen Konzern eingesetzte Avaloq-Plattform wird dieses Jahr voll zum Tragen kommen. Dies senkt die Kosten, weil die Anzahl Mitarbeiter in der Abwicklung um zwanzig reduziert werden kann. Und es erhöht das Ertragspotenzial, weil die Lancierung neuer Angebote einfacher wird.

Trotz den gegenwärtigen Unsicherheiten prognostiziert die Bank für das laufende Jahr deshalb ein «solides» Konzernergebnis.