Märkte / Derivate

Der Markt für tiefgekühltes Gas läuft heiss

Um die Abhängigkeit von Russland zu reduzieren, setzt Europa auf LNG. Doch das Angebot reicht nicht aus, um die Nachfrage zu decken.

Europa kauft dem Rest der Welt das Gas weg. Zumindest die noch nicht vertraglich gebundenen Lieferungen von Flüssiggas (Liquefied Natural Gas, LNG).

Bereits bevor Russland diese Woche die Gaslieferungen nach Polen und Bulgarien einstellte – die beiden Staaten weigerten sich, in Rubel zu bezahlen – versuchte Europa, die Energieabhängigkeit von Russland zu reduzieren. Bis Ende Jahr sollen zwei Drittel weniger Gas aus Russland in die EU fliessen.

Denn die Abhängigkeit Europas ist gross: 80% der Importe über Pipelines kommen aus Russland. Ausser LNG gibt es kaum Alternativen zu russischem Gas: «Das Angebot aus Norwegen und Grossbritannien steht schon auf einem Fünfjahreshoch, und die Importe aus Afrika sind fast auf dem Maximum», heisst es bei BofA.

Italien versucht es dennoch, denn das Land bezieht 40% des Gases aus Russland. Innert 18 Monaten sollen diese Lieferungen von anderswo kommen, das sei eine «ethische Pflicht», sagte Energieminister Roberto Cingolani der Zeitung «La Stampa». Deshalb hat Italien im April Verträge mit Angola und dem Kongo für zusätzliche Gaslieferungen und den Ausbau der LNG-Kapazitäten abgeschlossen.

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