Eine vielfältige Presselandschaft sei gleichsam der «Bannwald der Demokratie» – das Wort wird Theodor Gut (1890 – 1953), Verleger und Präsident des Zürcher Freisinns, zugeschrieben. Anders ausgedrückt: Eine freie Presse mit einer Vielzahl von konkurrierenden Titeln ist eine Voraussetzung für das Funktionieren der direkten Demokratie. Dieser Bannwald allerdings dünnt sich mehr und mehr aus. Gemäss Zahlen des Bundesamtes für Statistik sank die Anzahl Titel (Einzeltitel mit universellen Inhalten, die wöchentlich mindestens einmal unter eigenständigem Namen erscheinen) von 1980 bis 2004 rund 28% auf noch 210. Immerhin: Die Gesamtauflage (die Summe der Auflage aller Titel) stieg gleichzeitig 18% auf 3,8 Mio. Ab 2005 – die Zählmethode wurde angepasst, die Werte sind nicht mehr mit den Vorjahren vergleichbar – schrumpfte die Zahl der Titel bis 2017 noch von 100 auf 92. Die Gesamtauflage sank jedoch 14%. Geradezu paradiesische Zustände herrschten in früheren Zeiten: 1939 wurden 406 Titel gezählt, 1950 waren es immer noch 368. Hinter diesen Entwicklungen steckt ein fundamentaler Wandel der Medienlandschaft. Er spiegelt sich in den Haushaltausgaben für Massenmedien. Der durchschnittliche Haushalt gab dafür 2016 pro Monat 300 Fr. aus. Davon entfielen 45 Fr. bzw. 15% auf gedruckte Inhalte. Mehr als die Hälfte der Ausgaben (165 Fr.) wurde für das Internet aufgewendet.