Märkte / Makro

«Der Mindestlohn müsste steigen»

Anke Hassel, Direktorin des WSI der Hans-Böckler-Stiftung der deutschen Gewerkschaften.

Frau Hassel, hat Hartz IV den Aufstieg der Partei Alternative für Deutschland befördert?
Aus den Wahlanalysen wissen wir, dass nicht die Bezieher von Hartz IV oder die Arbeitslosen überproportional AfD wählen. Das sind Leute mit höherem Einkommen, die nicht von Arbeitslosigkeit bedroht sind. Die Verunsicherung der Mittelschicht kann man aber nicht leugnen.

Wie drückt sich die Verunsicherung aus?
Es wird befürchtet, dass die Polarisierung der Einkommensstruktur zunimmt. Es arbeiten 20 bis 25% im Niedriglohnsektor, und bei vielen Berufen mit mittlerer Qualifikation weiss man nicht, wie sich das weiterentwickelt. Bei Krankenpflegern oder Krankenschwestern zum Beispiel ist unklar, ob daraus prekäre Beschäftigung wird oder ob sie aufgewertet werden. Das hat mehr mit der Digitalisierung zu tun.

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