Märkte

Der Monstercrash, der aus dem Nichts kam

Diese Woche jährt sich der grösste Börsenkrach an Wallstreet zum dreissigsten Mal. Der Panikschub traf die Investoren ebenso unerwartet, wie er anschliessend verschwand.

Noch bevor der Handel an diesem Montagmorgen im Herbst 1987 beginnt, ist an den New Yorker Börsen klar, dass es kein gewöhnlicher Tag wird. Doch was dann passiert, fährt selbst den abgebrühtesten Tradern Wallstreets bis ins Mark: Am 19. Oktober erleiden die US-Aktienmärkte den schwersten Kurseinbruch der Geschichte. Fast ebenso abrupt, wie das Horrorerlebnis des Black Monday die Welt schockt, geht es aber auch vergessen.

Was den Monstercrash ausgelöst hat, versteht bis heute niemand richtig. Amerikas Finanzindustrie boomt in den Achtzigerjahren. Der Markt für Ramschanleihen (Junk Bonds) läuft heiss, Unternehmens-Raider aus der Private-Equity-Szene fühlen sich so mächtig wie «Masters of the Universe». Die Börse in Downtown Manhattan boomt. 1987 prescht der Dow Jones Industrial bis Ende August über 40% vor und erreicht das Allzeithoch von 2722. «Furcht schien verschwunden», erinnert sich Wallstreet-Veteran Art Cashin. «Junge Händler machten sich über Warnungen älterer Kollegen lustig und spornten sich gegenseitig an, in die Stärke des Marktes noch mehr Aktien zu kaufen.»

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